Aus dem Italienischen von Verena von Koskull. Um ihren Jahrhundertroman "Die Kunst der Freude" zu schreiben, gibt Goliarda Sapienza alles auf: Ihre Karriere als Schauspielerin in Film und Theater und alle anderen Schreibaufträge. Vollkommen verarmt, begeht sie einen Diebstahl, um zu überleben und weiterschreiben zu können. Sie wird verurteilt und kommt in ein römisches Frauengefängnis: Rebbibbia, das ihr zur Schule des Lebens wird. Schonungslos offen beschreibt Goliarda Sapienza ihre Monate in Rebibbia, die Begegnung mit den anderen Frauen, sie entdeckt, was Solidarität und Freundschaft bedeutet, Wärme, Freundschaft und die Freiheit, die in einem geschlossenen Raum entstehen kann.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.09.2022
Goliarda Sapienza war ein "Naturereignis", meint Rezensentin Maike Albath und kann kaum fassen, dass die italienische Schauspielerin, die mit Blasetti und Visconti drehte und Teil der römischen Bohème war, in Vergessenheit geriet. Ihr schriftstellerisches Werk wurde erst nach ihrem Tod gewürdigt - und glücklicherweise hat der Aufbau-Verlag ihr Hauptwerk "Die Kunst der Freude" in durchgesehener Übersetzung sowie ihre jetzt erstmals übersetzten Gefängnisbücher "Tage in Rebibbia" noch einmal herausgebracht, freut sich Albath. Lesenswert sind beide Bücher, versichert die Kritikerin. In "Die Kunst der Freude" ist es der "epische Prunk", das nahezu "Dostojewskihafte", das sie in den Bann zieht: Die Geschichte um die Machiavellistin Modesta, die Männer, Frauen und Mädchen immer wieder erobert und kurzerhand beseitigt, ist so "verstörend" wie sinnlich, erklärt die Rezensentin, die Sapienza hier allerdings durchaus einen Hang zur Melodramatik attestiert. Jahre später entstand das Gefängnisjournal "Tage in Rebibbia", in dem Sapienza ihren nur wenige Tage dauernden Gefängnisaufenthalt zu einem "soziologisch tiefenscharfen Fresko" über die Verwahrlosung der Frauen im Gefängnis ausbaut, staunt die Rezensentin. Wie die Autorin sowohl die seelische Zerrüttung der Drogenabhängigen als auch die Zwangslage vieler Schließerinnen beschreibt, ringt Albath große Anerkennung ab.
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