Der plötzliche Tod seiner ersten Frau Anfang 1962 löst bei Gottfried von Einem, einem der bedeutendsten Komponisten moderner Musik in Österreich, einen schweren Schock aus. Zwei Jahre vorher hat er die Zuneigung seiner damals 15-jährigen Nichte Andrea Liebrecht geweckt. Nun gesteht er ihr seine Liebe, schreibt ihr Brief um Brief. Bis 1965/66, als Einem seine zweite Frau kennenlernt, wirbt er um Andrea, die sich dadurch eher ausgezeichnet als bedrängt fühlt. Die Briefe hat er Andrea von Wiedebach, geborene Liebrecht, zur Veröffentlichung überlassen. Nun liegen sie vor - als Dokument einer obsessiven Liebesgeschichte.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.10.2013
Wolfgang Schreiber hat diesen Band mit Briefen Gottfried von Einems (1918-1996) an seine 27 Jahre jüngere Nicht freundlich aufgenommen. Die Briefe des österreichische Komponisten sind für ihn nicht nur Zeugnis einer leidenschaftlichen und obsessiven Liebe, bei dessen Lektüre sich der Leser immer wieder wie ein Voyeur fühle. Er sieht darin auch Künstlerbriefe, in denen die Angebetete des Künstlers zur "Projektionsfläche für kreative Selbst- und Welterkenntnis" wird. Darüber hinaus liest er den Band als kulturgeschichtliches Dokument der sechziger Jahre, das einen Eindruck davon vermitteln, wie der einflussreiche Komponist - Mitglied im Direktorium der Salzburger Festspiele - versuchte, die Moderne im Festival zu etablieren.
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