Gudbergur Bergsson

Liebe im Versteck der Seele

Cover: Liebe im Versteck der Seele
Steidl Verlag, Göttingen 2000
ISBN 9783882437362
Gebunden, 391 Seiten, 19,43 EUR

Klappentext

Aus dem Isländischen von Hans Brückner. Ein vermächtnis mit Tücken. Von seinem Jugendfreund erbt der Erzähler, ein verheirateter Ministerialbeamter Mitte Vierzig, ein Vermögen - und dessen Liebhaber. Über sein Familienleben hat sich schon vor geraumer Zeit jene so komfortable wie frustrierende Betäubung gelegt, die viele langjährige Ehen befällt, und so stürzt sich der Erzähler mit fast religiösem Eifer in ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang...

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.02.2001

Eine Qual, ein Tort für den Rezensenten! Dabei hat Friedhelm Rathjen noch so viel Luft, das Buch hübsch auseinander zu nehmen. Oder vielmehr: Er macht sie sich. Was dem Roman an Handlung abgehe, Handlung, so konstatiert Rathjen, die "uns in einem Stilgemisch aus Kitsch und Softporno nahe gebracht wird", versuche der Autor wettzumachen durch "unablässiges Geschwafel, ein Mischmasch aus Gesprächen und Gedanken". Endgültig für erreicht aber hält der Rezensent das Ende der kommunikativen Möglichkeiten, wenn pseudophilosophische Lebensfragen "breitgewalzt" werden. "Kraftlos und ungenießbar wie schon der pompöse Titel", ist das Buch für den Rezensenten eigentlich nur als "Großsatire" vorstellbar. Lesbar allerdings, warnt er, wäre es selbst dann nur für Masochisten.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 12.09.2000

Köstlich amüsiert hat sich Wolfgang Müller über den Roman des Isländers Gudbergur Bergsson, der die Beziehungen zwischen Männern und Männern und Männern und Frauen unter die Lupe nimmt. Die isländische Gesellschaft sei zwar recht übersichtlich, meint Müller, aber alles in allem gut übertragbar auf hiesige Verhältnisse. Hier wie dort gibt es richtige Schwule und ein bisschen Schwule, denen es mehr darum geht, aus dem Käfig ihrer Ehe auszubrechen. Entsprechend langweilig kommen die Ehegattinnen weg , die eine stirbt sogar an Salmonellenvergiftung (zum Thema "Schwule Klischees" in Island und anderswo sagt Müller nichts). Bergssons Humor sei staubtrocken - was zumindest Island-Fans wie Wolfgang Müller zu würdigen und zu verstehen wissen.

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