Aus dem Englischen von Werner Roller. Mit einem Vorwort von Alex Ferguson. Pep Guardiola ein Name, der Anfang 2013 Medien und Fußballfans in Deutschland elektrisierte, als das kaum zu Glaubende tatsächlich feststand: Der spanische Star-Coach trainiert künftig den FC Bayern München. Weit lukrativere Jobangebote hatten ihn weniger beeindruckt als eine überzeugende Vereinsphilosophie und ein unbedingter Erfolgswille, wie er sie beim deutschen Rekordmeister vorfand. Seine jahrelange Arbeit beim FC Barcelona, erst als Spieler, dann als Trainer, war eine Erfolgsgeschichte der Superlative: 2009 nach einigen titellosen Jahren erreichte der FC Barcelona das bisher nie dagewesene Sextuple, d.h., er gewann alle bedeutenden nationalen und internationalen Titel, die ein Verein in einem Jahr gewinnen kann: nationale Meisterschaft, Pokal, Champions League, den spanischen wie den UEFA-Supercup sowie die FIFA-Club-Weltmeisterschaft.
Alles in allem kann der Literaturwissenschaftler Hans-Ulrich Gumbrecht mit Guillem Balagués Biografie des ehemaligen FC Barcelona- und zukünftigen FC Bayern-Trainers Pep Guardiola nicht allzu viel anfangen. Zunächst einmal stört ihn die unkritische Faszination des Autors für seinen Protagonisten, dessen Leben er wie eine "säkulare Heiligenlegende" erzählt. Die schier endlosen Würdigungen der Qualitäten des Trainers und der Philosophie seines Vereins erschöpfen sich zudem in floskelhafter Oberflächlichkeit, ärgert sich der Rezensent. Was ihn viel mehr interessiert hätte, wäre das Kapitel von Guardiolas Biografie, das jetzt erst anbricht: Wie wird sich der Katalane beim deutschen Rekordmeister machen? Hält er an seiner horizontalen Barca-Taktik fest oder übernimmt er das unwiderstehlich erfolgreiche vertikale Heynckes-Konzept? Wie integriert er Neuzugang Mario Götze ins ohnehin schon überbesetzte Bayern-Mittelfeld? Darauf findet Gumbrecht bei Guillem Balagué keine Antworten.
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