Sie nannten ihn das "achte Fußball-Weltwunder" - und meinten damit Gerd Müller, der als Torjäger noch heute alle Rekorde hält. Wer war dieser Mann, der vom Provinzkicker aus ärmlichsten Verhältnissen zum Weltstar aufstieg, reich wurde und dann nach einem Ausflug in das Fußballentwicklungsland Amerika alkoholsüchtig in der Gosse landete? Der Historiker Hans Woller schildert die Etappen dieser ungewöhnlichen Karriere. Die Geschichte des FC Bayern München ist dabei stets präsent. Müllers Verein etablierte sich in den 1960er und 1970er Jahren an der Spitze des europäischen Fußballs, bewegte sich aber immer am Rande des finanziellen Ruins. Wie die Insolvenz abgewendet werden konnte, welche zwielichtige Rolle dabei die bayerische Staatsregierung und die CSU spielten und in welchem Maße Superstars wie Müller oder Beckenbauer von diesen Machenschaften profitierten, ist bisher noch nie so dargestellt worden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.11.2019
Alexander Haneke bekommt mit der Gerd-Müller-Biografie des Historikers Hans Woller mehr als die Stangenware gängiger Fußballerbiografien. Ohne Aufregung und stilistische Mätzchen, aber mit beträchtlichem Rechercheaufwand und Methodik arbeitet der Autor penibel einen wenig bekannten Teil der deutschen Nachkriegsgeschichte heraus, indem er die Legende Müller in einer Zeit der schwarzen Kassen und politischer Protegierung von Steuerkriminalität en gros betrachtet, erläutert Heneke seine Faszination. Müllers Abstürze und Comebacks lernt Haneke natürlich auch kennen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.10.2019
Der Historiker Hans Woller verfasste schon eine Mussolini-Biografie, weiß Rezensent Jörg Später. Nun legt Woller eine Biografie über Gerd Müller vor - und der Kritiker liest hier angeregt von Aufstieg und Fall des Profifußballers, der bei der Weltmeisterschaft in Mexiko 1970 das Siegtor schoss und nach seiner Karriere dem Alkohol fiel. Vor allem liefert ihm Woller eine Gesellschaftsgeschichte der alten Bundesrepublik, staunt der Kritiker, der hier etwa erfährt, wie der Fußball zum "gehypten Kulturevent" wurde oder wie der FC Bayern unter dem Schutz der bayrischen CSU in Steuerskandale geriet. Auch wie die Spieler zu aufstiegsorientierten "Egoshootern" wurden, liest der Kritiker hier nach. Bei allen Schattenseiten des Fußballs, die Woller beleuchtet, verliert er Müller, den "Magier des Strafraums", doch nie aus den Augen, lobt Später.
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