Gustav Regler

Das Ohr des Malchus

Eine Lebensgeschichte
Cover: Das Ohr des Malchus
Stroemfeld Verlag, Frankfurt am Main und Basel 2007
ISBN 9783878774754
Kartoniert, 884 Seiten, 34,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Gerhard Schmidt-Henkel und Hermann Gätje. Der 1898 in Merzig/Saar geborene und 1963 in Indien gestorbene Autor konnte zu diesem Zeitpunkt ein umfangreiches Oeuvre vorweisen. Ein bewegtes und stets gefährdetes Leben: katholische Kindheit in Merzig, zunächst patriotisch hochgestimmte Teilnahme am Ersten Weltkrieg mit schwerer Verwundung, Studium in Heidelberg und München, Arbeit als Journalist in Nürnberg, Eintritt in die KPD 1929, 1933 Emigration in das Saargebiet und nach Frankreich, Engagement und Agitation als Schriftsteller im Exil, Mitarbeit am "Braunbuch" über den Reichstagsbrand, Teilnahme an Schriftstellerkongressen in Moskau und Paris, Reisen in die Sowjetunion, politischer Kommissar im Spanischen Bürgerkrieg und schwere Verwundung, Lagerhaft in Le Vernet, schließlich Exil in Mexiko, Lösung von der KPD und Anfeindungen als Renegat. Der Bericht endet im Jahr 1945 mit dem Tod seiner Frau Mieke, der Tochter Heinrich Vogelers.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.07.2008

Der hier rezensierende Schriftsteller Ludwig Harig sieht in den Lebenserinnerungen von Gustav Regler, die jetzt wieder als zehnter Band einer Werkausgabe erscheinen, nicht nur einen exemplarischen Lebenslauf im 20. Jahrhundert. Das "wechselhafte" Leben des 1898 im saarländischen Merzig geborenen Schriftstellers, der vom politischen Kommissar der Internationalen Brigade im Spanischen Bürgerkrieg zum Antikommunisten wurde, sieht er in diesem Buch auch zum Erzählprinzip erhoben. Harig erkennt darin ein "Bekenntnis zur Wechselhaftigkeit" und stellt eingenommen fest, dass Regler ohne Sentimentalität, und "Pathos" zu berühren vermag und dabei fesselnd aus dem Spanischen Bürgerkrieg oder bewegend über den Tod seiner Frau erzählt. Der von Herausgeber Gerhard Schmidt-Henkel gemachten Beobachtung, Regler würde seinen Erzählungen oft überflüssige Erklärungen hinterherschicken, stimmt der Rezensent zwar zu, schreibt dies aber dessen "wesensbedingtem Wechseltrieb" zu.

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