Ha Jin

Warten

Roman
Cover: Warten
dtv, München 2000
ISBN 9783423242219
Taschenbuch, 333 Seiten, 15,34 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Susanne Hornfleck. "Jeden Sommer kehrte Lin Kon nach Gänsedorf zurück, um sich von seiner Frau Shuyu scheiden zu lassen." Lin Kon möchte sich gerne von seiner Frau trennen, die er nicht liebt und die ihn an eine unliebsame Vergangenheit auf dem chinesischen Land erinnert, um seine städtische Geliebte Manna Wu zu heiraten. Wären da nicht die chinesischen Gesetze! Denn die erlaubten Mitte der Sechziger Jahre eine Scheidung erst nach 18 Jahren oder, wenn die Ehefrau einwilligte. Das Warten auf eines dieser Ereignisse wird darauf zum zentralen Element im Leben der drei Beteiligten und lässt sie auf eine Art schuldig werden, aus der sie sich nicht mehr befreien können.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 24.02.2001

Der Titel des Romans ist Programm. Die Zeit vergeht langsam, "erbarmungslos präzise" langsam in der Dreiecksgeschichte des Chinesen Ha Jin über einen verheirateten Arzt, seine Frau und eine Krankenschwester, berichtet Marion Löhndorf. Der Plot klingt nach einer Herzschmerzgeschichte, in der keiner zu seinem Glück kommt. Doch weit gefehlt, findet die Rezensentin. Der seit 1985 in den USA lebende Schriftsteller lasse die Abgründe seiner Figuren diskret durch nüchterne Oberflächenbeschreibungen hindurchschimmern. Und das zurückhaltend und elegant, unromantisch und frei von jeglichem Kitsch, lobt Löhndorf. Ha Jin beschreibe einerseits eine Welt der Einschränkungen und Gesetze, die das Liebesglück verhindern. Andererseits benenne er aber auch die Freiräume, die seine Figuren nicht nutzen - und damit selbst an ihrer Tragödie stricken. Eine bittere, aber auch interessante Pointe, resümiert die Rezensentin.
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