Handbuch der Wirtschaftsethik

4 Bände
Cover: Handbuch der Wirtschaftsethik
Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 1999
ISBN 9783579002064
Gebunden, 2924 Seiten, 356,88 EUR

Klappentext

Subskriptionspreis bis 21.12.2000 598,00 DM. Herausgegeben im Auftrag der Görres Gesellschaft von Wilhelm Korff, Alois Baumgartner, Hermann Franz, Joachim Genosko, Karl Homann, Christian Kirchner, Wolfgang Kluxen, Hans Ulrich Küpper, Arnold Picot und Trutz Rendtorff. Das Handbuch der Wirtschaftsethik stellt das Gespräch zwischen Ökonomie und Ethik auf eine neue Grundlage: In vier Bänden wird auf mehr als 2.000 Seiten die gesamte Bandbreite wirtschaftsethischer Probleme systematisch behandelt.
Band 1 "Verhältnisbestimmung von Wirtschaft und Ethik".
Band 2 "Ethik wirtschaftlicher Ordnungen".
Band 3 "Wirtschaftliches Handeln".
Band 4 "Ausgewählte Handlungsfelder".

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.12.2000

Diese vierbändige Edition ist für Gerd Habermann offenbar eine große Enttäuschung. So wird nach seiner Feststellung nur in etwa der Hälfte der Beiträge die Wirtschaftsethik überhaupt behandelt. Die anderen Artikel sind, wie der Leser erfährt, "eigentlich technische Fachartikel", die man genauso gut in anderen Publikationen lesen könne. Besonders problematisch findet der Rezensent insgesamt, dass sich die meisten Autoren zwar kritisch mit der Marktwirtschaft befassen, der Sozialismus unter wirtschaftsethischen Gesichtspunkten jedoch völlig vernachlässigt wird. Ähnliches gilt nach Habermann für den Wohlfahrtsstaat mit seinem "Umverteilungschaos und bisweilen räuberischen Fiskalsozialismus" oder auch das Steuerwesen. Dass die Marktwirtschaft insgesamt den Lebensstandard erhöht hat bzw. ein Überleben unterer Bevölkerungsschichten überhaupt erst möglich gemacht hat, scheint - so Habermann - den Autoren "wirtschaftsethisch nicht sonderlich relevant". Gut gefallen ihm zwar insgesamt die "theoriegeschichtlichen oder religionsvergleichenden Beiträge", aber auch hier macht der Rezensent Lücken aus, etwa was die bedeutende Wirtschaftsethik des Hinduismus betrifft. Insgesamt fällt Habermanns Fazit ernüchternd aus: Das Buch biete "nicht einmal ansatzweise" die Einheitlichkeit, die es vortäuscht.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.09.2000

Karen Horn zeigt sich äußerst angetan von dieser Edition: "In seiner Breite und Tiefe ist das Werk ein Meilenstein", findet sie und weiß besonders zu schätzen, dass hier nicht nur einiges an Wissen vermittelt wird, sondern auch Wertungen, Abwägungen und "Exkurse in die geschichtlichen Ursprünge" nicht zu kurz kommen. Dass auch Konflikte zwischen einzelnen Standpunkten offen zu Tage treten (etwa bei der Frage nach Gerechtigkeit und Chancengleichheit), scheint für sie der Qualität dieser Edition keinen Abbruch zu tun. Ausführlich listet Horn in ihrer Rezension die Schwerpunkte der einzelnen Beiträge der verschiedenen Bände auf, wobei sie besonders Peter Koslowskis Text zur "Shareholder-Value-Orientierung" als sehr "spannend" zu lesen hervorhebt. Insgesamt lobt sie die Auswahl und Kompetenz der Autoren und weist nicht zuletzt auf das "vorbildliche" und recht umfangreiche Stichwortverzeichnis dieses Handbuchs hin.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.1999

"Ein nach Form und Inhalt meisterliches Werk" sei das geworden, schreibt Gerd Roellecke - aber er meint es ironisch. Kirschrot eingeschlagen, 698 Mark teuer, mache es sich gut in allen Regalen von Wirtschafts- und Gewerkschaftsbossen. Aber Roelleckes Problem mit der Wirtschaftsethik ist, dass er an ihrer Existenz zweifelt. Was Ethik sei, sage das Handbuch jedenfalls nicht. Dann macht er eine Kosten-Nutzen-Rechnung auf. Ethik helfe Geld sparen und "Schadenersatzansprüche vermeiden" - nur sei eine derart utilitaristisch verstandene Ethik wohl keine Ethik mehr. Immerhin lobt Roellecke aber, dass sich das Buch als Nachschlagewerk nutzen lasse - dazu helfe das riesige Personen- und Sachregister.
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