Jiddische Wörter sind heutzutage ein kleiner, aber sehr farbiger und wirkungsmächtiger Bestandteil der deutschen Sprache. In Presse und Öffentlichkeit kommen einige sehr häufig vor, andere hört man dagegen kaum noch obwohl sie früher weitbekannt waren. Ihr einzigartiger sozial- und kulturgeschichtlicher Hintergrund umgibt jedes Wort mit einer besonderen Aura. Hans Peter Althaus erzählt mehr als hundert Wortgeschichten von Ausdrücken wie Reibach und Pleite, Massel und Schlamassel, Macke und Maloche, Schtetl und Schul. Er erläutert, was diese Wörter im Jiddischen bedeuteten, welchen Nebensinn man oft aus ihnen heraushörte und wie sie Eingang in die deutsche Sprache gefunden haben. Dabei zeigen sich oftmals Polemik und Diffamierung, mehr noch aber überlegener Witz und feine Ironie.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 23.10.2004
Zufrieden zeigt sich der "sab." zeichnende Rezensent mit Hans Peter Althaus' Buch "Jiddische Wortgeschichten", das die Assimilation jiddischer Wörter im Deutschen vor Augen führt. Der Trierer Linguist Althaus skizziert den kulturellen Hintergrund, der zur Assimilation jiddischer Wörter ins Deutsche geführt hat, und erklärt den Bedeutungswandel, der sich bei dem Übergang vom jüdischen Gebrauch in den allgemeinen deutschen Wortschatz vollzogen hat, berichtet der Rezensent. Dabei berücksichtige Althaus sowohl dialektale und soziolektale Merkmale als auch literarische Verwendungen. Der Rezensent hebt hervor, dass Althaus über die etymologischen und semantischen Worterklärungen von Wörtern wie Chuzpe, Schmus oder Tacheles hinaus Beispiele aus der Literatur und aus dem alltäglichen Gebrauch sowie linguistische Anekdoten anführt und damit "sprachgeschichtliche Miniaturen" schafft.
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