Internationale Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus den unterschiedlichsten Disziplinen widmen sich der Topografie des Gedächtnisses. Am Beispiel sozialer Erinnerungspraktiken wird die Frage nach dem Spannungsfeld von Geschichte und Erinnerung ins Zentrum gerückt. Die Untersuchung beiläufiger und absichtsloser Praktiken der Bildung von Vergangenheit in der kommunikativen Praxis des Alltags liefert erste theoretische und empirische Bausteine für eine Theorie des sozialen Gedächtnisses. Harald Welzer präsentiert die Ergebnisse der Konferenz "Traditions/Transitions. Communicating History and Presenting the Past", die 1999 in Hannover stattfand. Mit Beiträgen von Wissenschaftlern aus den Literatur-, Geschichts- und Medienwissenschaften, wie aus der Anthropologie, Neurologie und Psychologie.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 28.02.2002
Fotografien, Tagebücher, Graffitis und Gebäude verraten oft mehr, als ihren Erzeugern oder Betrachtern bewusst ist, hat Martin Hartmann dem von dem Sozialpsychologen Harald Welzer herausgegebenen Sammelband über das "soziale Gedächtnis" entnommen. Dem stimmt der Rezensent zwar zu, ist aber mit der Terminologie von Welzer nicht ganz einverstanden, zumal ihm nicht deutlich wird, wo die Grenzen zwischen dem "sozialen Gedächtnis" und den bereits "einschlägigeren Begriffen" wie dem "kulturellen" und dem "kommunikativen" Gedächtnis verlaufen. Beinahe alle Beiträge in diesem Band, meint Hartmann, befassten sich mit Inszenierungen des kulturellen oder kommunikativen Gedächtnisses, seien es Analysen über Graffiti-Sprüche in Nordirland oder Verfolgungsmythen der Israelis. Eine neue Kategorie zu konstruieren, findet der Rezensent zwar grundsätzlich spannend, leider sieht er sie hier nicht hinreichend begründet. Die Konturen, bedauert Hartmann, bleiben "vage".
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