Das "Harenberg Staatenlexikon" ist ein neu konzipiertes Nachschlagewerk zur Geschichte der Staaten des 20. Jahrhunderts. Es behandelt alle Ende 1999 selbstständigen Staaten der Welt ebenso wie jene, die in den letzten 100 Jahren von der politischen Landkarte veschwunden sind - wie die Sowjetunion oder das Osmanische Reich. Die Staaten sind alphabetisch geordnet, die Darstellung der historischen Entwicklung der Länder beginnt jeweils mit einem kurzen Rückblick ins 19. Jahrhundert und beschreibt dann die wesentlichen politischen Ereignisse bis in die Gegenwart. Zahlreiche Info-Elemente ergänzen den Fließtext.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.09.2001
Zu seiner eigenen Überraschung findet Werner Hornung das "Harenberg Staatenlexikon" "überhaupt nicht knochentrocken". 37 Autoren erzählen, lobt der Rezensent, anschaulich die Geschichte sämtlicher Staaten - auch bereits nicht mehr existenter wie die DDR oder das Osmanische Reich - der Welt und lockern ihre Darstellung mit Fotos, Grafiken und Karten auf. Zwei Register ermöglichen dazu ein komfortables und schnelles Nachschlagen. Trotz aller Begeisterung für das Lexikon führt Hornung einige Mängel auf: Ausgerechnet in der Geschichte Deutschlands seien den Autoren offensichtliche Fehler unterlaufen, etwa indem sie den Versailler Vertrag auf das Jahr 1920 datieren. Ansonsten seien die Informationen aber zuverlässig, zum Teil sogar überaus detailreich: Dass die japanischen Truppen 1932 bei minus 20 Grad Celsius in die Mandschurei eingedrungen sind, das, vermutet der Rezensent, ist deutlich mehr, als der Leser wissen will.
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