Hartmut Binder

Kafkas Welt

Eine Lebenschronik in Bildern
Cover: Kafkas Welt
Rowohlt Verlag, Reinbek 2008
ISBN 9783498006433
Gebunden, 687 Seiten, 68,00 EUR

Klappentext

Die chronologisch angelegte Darstellung legt besonderes Gewicht auf die bisher von der Forschung vernachlässigten Reisen und Kuraufenthalte Kafkas. Die Einbeziehung bisher unbeachteter Quellen und zahlreicher unbekannter Erinnerungen von Zeitzeugen lässt Kafkas Welt plastischer vor Augen treten und an Detailschärfe gewinnen. Reich dokumentiert ist die zeitgenössische Topografie Prags als Ambiente Kafkas.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.07.2008

Sichtlich beeindruckt ist Rezensent Oliver Pfohlmann von Hartmut Binders großformatigem Bildband über Franz Kafka. Er bescheinigt dem Autor, hier die Summe seiner jahrzehntelangen Forschungen über Kafka zu ziehen. Unter den über 1200 Abbildungen scheinen ihm viele bislang unbekannte zu sein. Die Bilder zeigten "einfach alles": Kafkas Wohnungen, Spazierwege, Cafes und sogar seine Haarbürste aus den letzten Tagen. Erfreulich findet Pfohlmann die "großzügige" Kommentierung der Bilder. Allerdings entdeckt er schließlich doch noch kleinere Lücken, So vermisst er zum Beispiel Michal Mares, der Kafka für die Anarchie begeistern wollte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.06.2008

Zwei Bände, die miteinander nicht minder konkurrieren als es die einander nicht in Liebe zugeneigten Verfasser tun, stellt Hubert Spiegel in Parallelrezension vor. Beider Ehrgeiz, die Welt, in der Kafka lebte, als Kafka-Welt vorzustellen, ist, so Spiegel, nicht zu übersehen. Obwohl es vieles in beiden Büchern und also zweimal gibt, sind die Unterschiede doch sehr prägnant. Während Klaus Wagenbach in "Franz Kafka. Bilder aus seinem Leben" Prägnanz und Begrenzung vorzieht, ist Binder von der Sorte der den Leser mit Material überhäufenden Biografen, der das Leben seines Gegenstands mit möglichst vielen Bildern und Fakten möbliert. So muss auch noch der Brunnen gezeigt werden, von dem Kafka bedauernd schreibt, er habe ihn, da er vor seiner Geburt abgerissen wurde, niemals gesehen. Dafür sieht ihn auf dem Foto der Leser. Und er erfährt auch den Namen des Bildhauers, dessen Werke das Haus des Arztes von Kafka schmückten. Das, hier wird Spiegel doch einmal deutlich, wollte nun wirklich keiner wissen. Ansonsten fühlt er sich ausdrücklich erschlagen, räumt aber ein, dass es Aficionados eines solchen Erschlagenwerdens gibt, die mit Binders Buch ganz sicher glücklich, wenn nicht überglücklich werden dürften.
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