Kolja Mensing bespricht in zwei CDs von Helge Schneider (beide erschienen bei Roof Music), die schon etwas älter sind. Was Schneider spricht, ist nicht lustig, hört sich aber lustig an: so bringt Kolja Mensing zunächst mal seine Bewunderung für den Stimmkünstler aus dem Ruhrpott zum Ausdruck, die sich im Laufe der Besprechung zu wahrer Begeisterung auswächst. Die ganz und gar prosaischen Existenzen aus dem Ruhrgebiet, zwischen Sandkasten, Pommesbude und Sozialamt beheimatet, erführen durch Schneider eine - fast ist es Mensing peinlich - "Poetisierung", indem er ihre Alltagssprache geradezu zelebriert.
Jener unverwechselbare Swing des Ruhrgebiets läßt sich laut Mensing bereits in Schneiders frühen Heimaufnahmen aus den Jahren 79 bis 84 nachvollziehen ("Hörspiele Vol. 1") und komme mindestens ebenso gut in Walter Streletz` Hörspiel "Martin, sein Vater und die vertraute Stimme" zur Geltung. Auch hier wieder: Sandkasten, Pommesbude, Sozialamt, "und zwischen den Zähnen knirscht der Kohlestaub", schreibt Mensing. Alle Szenen, alle Stimmen werden von Schneider selbst gesprochen.
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