Helmut Krausser

Die wilden Hunde von Pompeii

Eine Geschichte
Cover: Die wilden Hunde von Pompeii
Rowohlt Verlag, Reinbek 2004
ISBN 9783498035204
Gebunden, 160 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Das heutige Pompeji ist eine Hundekippe. Unwillkommene Welpen aus umliegenden Dörfern oder Städten werden nächtens über die Zäune Pompejis in eine ungewisse Zukunft geworfen. Zu ihnen gehört auch der kleine Mischling Kaffeekanne, der es schon aufgrund seines missglückten Namens nicht leicht hat in der neuen Umgebung. Denn unter den vielen Streunern gibt es solche und solche: von der liebreizenden Calista, die mit einer Blume im Maul Touristen anbettelt, bis hin zu Ferox, dem Anführer der "Outlaws", der manche bösartig, anderen schlicht geisteskrank nennen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.06.2005

Hunde streifen nicht nur durch Pompeji, sondern auch durch beinahe jede Zeile dieser Buchbesprechung, um die Freude der Rezensentin herauszubellen: "Endlich ist Helmut Krausser auf den Hund gekommen." Denn eigentlich, stellt Christiane Zintzen fest, sind Kraussers Helden ja "samt und sonders wilde Hunde: ungefügig herrenlose Existenzen, die von den Rändern der Gesellschaft her zynisch auf deren Mittelstände blicken". Hier ist es jetzt also ein echtes Exemplar der Gattung, und es liefert, was der Leser von Krausser erwartet: "Belesenheit, dramaturgischen Esprit" und "undeutsche Heiterkeit". Mit anderen Worten: Das Buch macht einen Riesenspaß, aber es schmeichelt auch dem Geist, es gräbt tief (Pompeji!), ohne schwer zu sein, und es ist, alles in allem, ein schön ironischer Bildungsroman. Wau.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.11.2004

Ganz gerührt hat sich der Hundefreund Thomas Steinfeld dem neuen Buch von Helmut Krausser hingegeben. Das handelt von einem Hund mit dem typischen Namen "Kaffeekanne", der als verstoßener Welpe bei dem alten Plin in die Schule geht, Anschluss bei wüsten Hunde-Outlaws findet und zusammen mit seinem Freund, dem Terrier Saxo, zum Vesuv zieht, um die Welt zu retten. Das Buch hat alles, was ein veritabler Phantasieschmöker so braucht: eine Parzival- und eine Artus-Figur (Kaffeekanne und Plin), eine Wanderschaft, die Suche nach dem, was die Welt im Innersten zusammenhält, archaische und feudale Stammesgesellschaften. Aber, freut sich Steinfeld, diese gelungene Mixtur kommt ganz ohne das Pathos eines Tolkien oder einer Zimmer Bradley daher. Heiter, anarchisch und "virtuos" bedient sich Krausser historischer Stile und Stoffe. Der Autor hat die alten Helden modernisiert und ironisch auf den "Stand von Reklame, Schulhof und Umgangssprache" gebracht. So ist eine ebenso "neue wie rührende Geschichte entstanden", lobt der Rezensent. 
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