Henner Löffler

Wie Enten hausen

Die Ducks von A bis Z
Cover: Wie Enten hausen
C.H. Beck Verlag, München 2004
ISBN 9783406516085
Broschiert, 469 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Carl Barks (1901-2000) hat mit Entenhausen einen kleinen, in sich geschlossenen Kosmos geschaffen, ein dichtes Gewebe voller Poesie und Skurrilität. Henner Löffler würdigt in diesem umfassenden Lexikon Carl Barks als bedeutenden Schriftsteller und Zeichner. In über fünfzig Stichwörtern erfährt der Leser alles Wissenswerte über Donald Duck und die Neffen, über Dagobert, Daisy, Gustav Gans und die übrigen Bewohner des Entenhausener Universums. Entenhausen, die kleine Stadt im erfundenen Staat Calisota, ist die Heimat von Donald Duck und den anderen weltberühmten Enten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.09.2004

"Entenhausen ist eine Hydra. Er hat sie nicht erschlagen, aber er hat sich ihr tapfer entgegengestellt. Dafür ist er zu preisen." Gemeint ist Henner Löffler, der zwei Jahre darauf verwendete, das Universum von Donald Duck & Co, in dem er große Teile seiner Kindheit und wahrscheinlich auch späterer Lebensphasen verbrachte, zu entschlüsseln. Dabei muss man wissen, meint der Rezensent Ernst Horst, dass Löffler kein "Donaldist" ist. Die "Donaldisten" sind der Ansicht, "dass Entenhausen existiert, und erforschen die Konsequenzen dieses Axioms". Löffler dagegen versuche hinter die Absichten und Ansichten des Erfinders Carl Barks zu steigen und mache durch eine genaue Analyse die Welt der Ducks vergleichbar mit der unsrigen. "Löffler ist ein großer Zerstörer", schreibt Horst. "Er nimmt Entenhausen auseinander wie ein Abbruchunternehmer ein altes Schulhaus und sortiert die Bestandteile. Erst die Untersuchung von vielen Geschichten lässt uns erkennen, dass hinter dem Wahnsinn der Erzählung Methode steckt." Dabei ignoriere er zwar, dass es sich um Comics handelt, aber das ist vielleicht gar nicht schlimm, denn "egal, ob man ihn mit Herriman und Kelly oder mit Dickens, Doderer, Hitchcock, Joyce, Tati, Twain und Wodehouse vergleicht" - Barks hat einen "Kosmos" geschaffen. Und wie ist der nun zu charakterisieren? Löfflers Ergebnis fällt trüb und traurig aus: Für Barks, meint er, war der Mensch ein Wolf, deshalb gibt es in Entenhausen keine Liebe und Freundschaft. Der Rezensent jedoch ist anderer Meinung: "Dieser Behauptung möchte ich laut widersprechen. Ich glaube, Barks hat im Menschen nichts Schlimmeres als einen Schimpansen gesehen. Er hat wunderbare Comics geschaffen, weil für ihn die Welt komisch war." Und wäre es anders, und gäbe es in auf der Erde wie in Entenhausen keine Liebe, dann hätte Löffler sein schönes Buch wohl nie geschrieben.
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