Hjalmar Söderberg

Das ernsthafte Spiel

Roman
Cover: Das ernsthafte Spiel
Piper Verlag, München 2007
ISBN 9783492051132
Gebunden, 297 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Aus dem Schwedischen von Verena Reichel. Mit einem Nachwort von Jan Arnald. Während eines flirrenden Sommers in den Stockholmer Schären kommt es zu einer Romanze zwischen Lydia Stille und dem angehenden Lehrer Arvid Stjärnblom. Arvid befürchtet, nicht reif für eine Ehe zu sein, ganz abgesehen davon, dass er von seinem Gehalt noch keine Familie versorgen könnte, doch Lydia glaubt an ihn und ist bereit zu warten. Erst als es schon zu spät ist, fragt er Lydia, ob sie seine Geliebte werden will. Ihr fehlt der Mut zum Bruch mit den bürgerlichen Konventionen, und sie verlobt sich stattdessen mit einem Mann, der ihr finanzielle Sicherheit bieten kann. Zehn Jahre später, auch Arvid hat längst eine Familie gegründet, begegnet ihm Lydia wieder.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.03.2008

Um die Jahrhundertwende entstanden einige Romane, in denen eine gesellschaftlich verbotene Liebe zwar im Mittelpunkt steht, dann aber nicht in einem dramatischen Ehebruch endet, sondern leise versickert, informiert Hannelore Schlaffer. Den Protagonisten dieser Richtung, Eduard von Keyserling, Herman Bang und Gabriela Zapolska rechnet Hannelore Schlaffer eben auch den schwedischen Schriftsteller Hjalmar Söderberg zu. Lydia und Arvid verlieben sich, heiraten aber jeweils einen anderen, um sich erst später zur gegenseitigen Liebe zu bekennen. Sie kommen aber nie zusammen sondern fügen sich schließlich erschöpft in die Verhältnisse. Sehr modern findet Schlaffer das, und auch "ästhetisch reizvoller" als die laute Ehebruch-Variante. Bei der ganzen Subtilität müsse der Leser aber einiges historisches Verständnis mitbringen. Die Zweifel und Unsicherheit der Figuren, sich zu ihrer Leidenschaft zu bekennen, erscheine nur heute antiquiert, verhandelte damals aber in "revolutionärer" Weise hochaktuelle Themen.

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