Aus dem Englischen von Wieland Freund. Willow ist ein Energiebündel, denkt immer positiv und interessiert sich für alles: Sie studiert das Verhalten von Fledermäusen, züchtet Zitrusfrüchte im Garten und begeistert sich für die Schönheit der Zahl 7. Ihr größter Wunsch ist es, gleichaltrige Freunde zu finden. Dafür lernt sie sogar Vietnamesisch. Doch dann verunglücken ihre Adoptiveltern bei einem Autounfall. Es ist wie ein Wunder, wie Willow mit ihrer Art zu denken - ihrer Hochbegabung - und ihrem ungebrochenen Charme ihre Welt zusammenhält. Dabei verändert sie das Leben aller, die sie trifft, und jeder Einzelne entdeckt, welche Kräfte in ihm stecken.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 02.12.2015
Rezensentin Stephanie Jaeckel wünscht sich pfiffige Leser für diesen Band von Holly Goldberg Sloan. Die Geschichte aus bekannten Zutaten (hochbegabte, vom Schicksal geschlagene Außenseiterin findet mit Hilfe einer Katze und eines etwas trotteligen Sozialarbeiters zu neuem Sinn), hält für Jaeckel genug Überraschungen bereit und wirkt auf sie auch ganz und gar nicht fadenscheinig konstruiert. Im Gegenteil, einen stimmigen Coming-of-Age-Roman hat sie hier vor sich, versichert Jaeckel, der auch noch happy ende.
Holly Goldberg Sloan ist mit diesem Roman die "berührende Entwicklungsgeschichte eines Außenseiters" geglückt, freut sich Eva-Christina Meier. Dass die Autorin von Haus aus Drehbücher schreibt, macht sich für die Rezensentin schon in der multiperspektivischen Konstruktion des Romans und einigen Rückblenden bemerkbar - auch wenn für den Geschmack der Kritikerin diese Erzählung beinahe schon zu gut geölt abläuft. Aber eben doch: eine "mitreißende" Lektüre über das Entstehen einer Patchworkfamilie, wie sie uns versichert.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.09.2015
Hilde Elisabeth Menzel scheint erleichtert, dass die 12-jährige Heldin Willow nicht das oft bemühte Stereotyp des Mädchens mit Hochbegabung erfüllt: genial, aber einsam. Das Buch von Holly Goldberg Sloan habe stattdessen "eine ganz eigene Qualität jenseits aller Klischees", findet die Rezensentin, und gewinne einem Modethema der Jugendliteratur somit ganz neue Seiten ab. Dabei irritiere zunächst die zwanghaft genaue, für ein Kind geradezu künstliche Sprache Willows, die ihre Geschichte selbst erzählt. Aber letztlich sei diese Eigenart sehr passend, zumal der Übersetzer Wieland Freund in Menzels Augen "die schwierige Balance zwischen intellektueller Distanz und ironischem Witz" grandios meistere. Neben rührenden und lustigen Szenen sei es vor allem die besondere Entwicklung Willows in einer für sie sehr schwierigen Zeit, die den Roman für die Kritikerin "einzigartig" macht.
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