Irving Penn

Photographs of Dahomey

Cover: Photographs of Dahomey
Hatje Cantz Verlag, Ostfildern 2004
ISBN 9783775714495
Gebunden, 80 Seiten, 34,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben vom Museum of Fine Arts, Houston. Mit 31 Abbildungen, davon 24 farbig und 7 in Triplex. Mit einer Einleitung von Ann Wilkes Tucker und Texten von Melville J. und Frances S. Herskovits, Jacques Maquet und Irving Penn.
Irving Penn ist eine der großen Fotografenpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Neben seiner Mode- und Porträtfotografie haben ihn vor allem seine Stillleben berühmt gemacht. 1967 bereiste er im Auftrag der amerikanischen Modezeitschrift Vogue das im Westen Afrikas gelegene Dahomey, das heutige Benin. In den Porträts der Ureinwohner, die in einem eigens gebauten, transportablen Studio entstanden, spiegelt sich Penns Faszination für fremde Kulturen ebenso wie in den Aufnahmen der kulturhistorisch bedeutsamen Lehmfiguren, die größtenteils Legba, einem Voodoo-Gott, gewidmet sind. 35 Jahre nach ihrer Veröffentlichung in der Vogue publiziert Irving Penn neben den Porträts der Ureinwohner erstmals auch die Aufnahmen der Legba-Altäre in einem Buch. Texte von Anthropologen und Penn selbst runden den Band zu einem ungewöhnlichen fotografischen Zeugnis afrikanischer Kultur ab.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 02.03.2005

Daniel Kothenschulte gesteht, er habe bei diesem Buch zunächst wie ein Sammler alter Jazzplatten an einen besonderen Fund geglaubt: denn von der Aufmachung her - kleines Format, schlichter Umschlag, edles Leinen und eine klare Typografie - handelte es sich eindeutig um ein historisches Stück, nur dass dieser Fotobuchklassiker aus dem Jahr 1967 eben nie erschienen war. Aber jetzt! Im hohen Alter erst wagt es Irving Penn, der "letzte amtierende Großfotograf" aus dem New Yorker Hochglanzillustriertenbezirk, seine Reise ins westafrikanische Dahomey, heute Benin, zu dokumentieren. Dorthin reiste Penn im Auftrag der Vogue, um besonders schöne Menschen zu fotografieren, erzählt der Rezensent. Das sei Penn auch gelungen, und die Ergebnisse wurden damals in der Vogue veröffentlicht: selbstbewusst posierten die Bewohner von Dahomey in ihren dekorativen Stoffen. Penn hatte ein mobiles Fotoatelier nach Afrika schaffen lassen, in dem er wie immer fotografierte: dadurch, betont Kothenschulte, entging Penn der Falle, pseudoethnografische Aufnahmen a la Riefenstahl abzuliefern. Dass Penn diese Gefahr bewusst gewesen ist, dafür spricht nach Kothenschulte auch die späte Veröffentlichung der anderen Bilder, die Penn auf dieser Reise gemacht hat: Aufnahmen von inzwischen zerstörten Lehmskulpturen, die einheimische Götter darstellten, die, so unkt der Rezensent, Penn ihren Segen gegeben haben müssen.

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