Katalog zur Ausstellung Galerie der Stadt Stuttgart. Herausgegeben von Thomas Buchsteiner und Otto Letze. Die Grundprinzipien der fotografischen Arbeit von Andreas Feininger, 1906 als ältester Sohn des Malers Lyonel Feininger in Paris geboren, sind Klarheit, Einfachheit und Organisation. Am Bauhaus in Weimar zu Beginn der zwanziger Jahre zum Kunsttischler ausgebildet, studierte er anschließend an den staatlichen Bauschulen in Weimar und Zerbst Architektur. Zunächst Architekturfotograf in Stockholm, emigrierte er mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges nach New York. Als Bildredakteur beim Life-Magazin angestellt, hielt er immer wieder Straßenschluchten, Wolkenkratzer, Brücken und Hochbahnen in atmosphärisch dichten, mittlerweile zu Klassikern gewordenen Aufnahmen fest. Mit derselben Begeisterung widmete er sich auch Naturstudien. Seine Detailaufnahmen von Insekten, Blumen, Muscheln, Holz und Steinen verleihen deren Formen einen skulpturalen Charakter.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 28.07.2004
Eine etwas wirre Besprechung, weil man nicht genau weiß, ob der Rezensent über den Sachbuchautor oder den Fotografen Andreas Feininger schreibt. Denn Feininger, erfährt man von Daniel Kothenschulte, hat Zeit seines Lebens immer wieder Lehrbücher zur Fotografie verfasst und die Lektionen offensichtlich mit seinen eigenen Arbeiten - er war Fotograf für Life - illustriert. Früher waren das Farbbilder (die ihn als allzu braven Schüler seiner eigenen Lehren von Struktur und Komposition offenbarten), im hier besprochenen letzten Buch Feiningers sind es ausschließlich Schwarz-Weiß- Arbeiten, hauptsächlich aus dem Frühwerk. Dennoch erkenne man, so Kothenschulte, "eine zögerliche, kaum merkliche Abkehr vom Primat der Struktur, der belebten Landschaft und aufgebrochenen Fläche". Und man nimmt an, dass der Leser auch in diesem Buch findet, was der Rezensent für frühere Veröffentlichungen konstatierte: geduldige Erklärungen von Technik und Komposition für den kulturgebildeten Laien.
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