Fritz Haarmann, einer der brutalsten Serienmörder Europas, arbeitete als Spitzel für die hannoversche Polizei. Nacht für Nacht durchstreifte er die Wartesäle des Bahnhofs auf der Suche nach jungen, allein reisenden Männern. Mit Hilfe seines Polizeiausweises konnte er das Vertrauen seiner Opfer erlangen. Er führte sie in seine Wohnung, vergewaltigte sie und biß ihnen im Sexualrausch die Kehle durch. Obgleich es über Jahre immer wieder Anzeigen gegen Fritz Haarmann gegeben hat, konnte er ungehindert sein mörderisches Treiben fortsetzen, gedeckt von der Polizei und umkreist von skrupellosen Schmarotzern, die aus Haarmanns Treiben ihren Vorteil gezogen haben. Eine unheimliche Geschichte in düster-beklemmenden Bildern.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.01.2011
Als Teil eines Comic-Projekts über historische Serienmörder stellt Christoph Haas diesen Band über den 23-fachen Mörder Fritz Haarmann vor, der ihn allerdings ziemlich enttäuscht hat. Peer Meter legt in seinem Szenario mit soziologischem Blick sein Hauptinteresse auf die besonderen Umstände, die es dem sozial integrierten Haarmann als Polizeispitzel möglich machte, seine Taten lange unbehelligt zu verüben, stellt der Rezensent fest. Illustriert wird der Fall von Isabel Kreitz in akribischen, kleinteiligen Bleistiftzeichnungen, denen man zwar den enormen Fleiß und die Mühe ansieht, die aber durch fehlende Dynamik ziemlich unlebendig wirken, wie Haas enttäuscht anmerkt. Insgesamt ist ihm das Ergebnis entschieden zu bieder und zu perfektionistisch, was das Grauen und die "Verstörung" in keiner Weise zu transportieren vermag. Da haben dem Rezensenten die Zeichnungen von Christian Gorny, der sich des Szenarios vor gut 20 Jahren schon mal angenommen hat, offensichtlich besser gefallen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 05.10.2010
Am Ende der Besprechung von Christian Schlüter wissen wir eines sicher: In diesem Comic von Isabel Kreitz und Peer Mater geht es ums Detail. Um Genauigkeit. Um "detailversessene Akkuratesse", um... Aber schließlich kommt Schlüter doch noch auf etwas anderes zu sprechen: Die satthaft bekannte Geschichte vom Massenmörder Haarmann aus Hannover nämlich präsentiert sich dem Leser als "Bleistift-Projekt", das eben nicht düster daherkommt und auch nicht skizzenhaft, wie üblich für Bleistiftzeichnungen, sondern, hergehört, äußerst flächig und gut ausgeleuchtet und vor allem: unerbittlich genau. Haarmann ist mitten unter uns.
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