J.R. Bechtle

1965: Rue de Grenelle

Roman
Cover: 1965: Rue de Grenelle
Frankfurter Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 2015
ISBN 9783627002176
Gebunden, 352 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Politische Intrigen, eine unmögliche Liebe und ein gefährliches Geheimnis führen den Leser in das dunkle Labyrinth des unterirdischen Paris des Jahres 1965. Oktober 1965: Steffen träumt von einem Studium an der renommierten Grand École Science Po in Paris. Für die Aufnahmeprüfung reist der Münchner in die französische Hauptstadt zu seinem Freund André, der ein großes Appartement in der Rue de Grenelle bewohnt. In diesem mit vergilbten Häkeldecken und Brokatvorhängen ausstaffiertem Reich, das André von seiner Tante, einer Gräfin, geerbt hat, scheint die Zeit stillzustehen. André jedoch ist wie ausgewechselt: Anstatt zu studieren, arbeitet er mit fieberhaftem Eifer an einem streng geheimen Projekt: eine Karte des berüchtigten Pariser Untergrunds. Feine Linien markieren uralte Wege und Stollen, in denen im zweiten Weltkrieg Widerstandskämpfer und vom Naziregime Verfolgte Zuflucht fanden. Und Steffen trifft Sarah, eine Jüdin, in die er sich Hals über Kopf verliebt. Als André auf offener Straße von einem unbekannten Angreifer attackiert wird und immer neue unbekannte Gesichter in seiner Wohnung auftauchen, ahnt Steffen, dass die Karte einem Verbrechen dienen soll.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 01.03.2016

J. R. Bechtles Roman lässt Joseph Hanimann mit gemischten Gefühlen zurück. Die erste Hälfte des Buches, das als Epochenthriller, Geschichtskrimi und Liebesroman angelegt ist, liest der Kritiker durchaus gespannt: Wie Bechtle hier das Paris der sechziger Jahre schildert und seinen jungen Helden aus der behüteten Bundesrepublik in den Pariser Untergrund samt Konspirationsmilieu, Künstlerzirkeln, israelischen und marokkanischen Geheimdiensten schickt, hat dem Rezensenten eigentlich gut gefallen. Dass Bechtle am Ende aber seinen Roman symbolisch überhöht, erscheint dem Kritiker aber leider zu "bemüht".
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