Herausgegeben von Heinz Roelleke. Wer hat den Brüdern Grimm was, wann und wie erzählt? Vor knapp 200 Jahren erschienen ihre Kinder- und Hausmärchen in der ersten - und weitgehend unbekannten - Fassung. Der neue Sonderband der Anderen Bibliothek macht diese Erstfassung wieder zugänglich - und erzählt die Geschichten der bisher so gut wie namenlosen Zuträger. Seit ihrem Erscheinen vor 200 Jahren sind die von Jacob und Wilhelm Grimm gesammelten Märchen das meistaufgelegte, meistübersetzte und bekannteste Buch in der deutschen Literaturgeschichte geworden. Aber während die beiden Philologenbrüder ihre literarischen Quellen benannten, machten sie zu den mündlich oder handschriftlich zugekommenen Märchen lediglich vage oder namenlose Angaben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.03.2012
Hermann Kurzke begrüßt geradezu überschwänglich Heinz Roellekes Untersuchung zur Entstehung der Märchensammlung der Brüder Grimm. Hier lässt sich trefflich nachlesen, welche Quellen die romantischen Brüder nutzten, und sich zudem erhellend und unterhaltsam die frühen Fassungen mit den im Lauf ihrer 17 Auflagen im Ton geglätteten und angepassten Märchen vergleichen, freut sich der Rezensent. Roellekes Studie macht deutlich, dass die Grimm'schen Märchen eine "Koproduktion der romantischen Gesellschaft" darstellt, die auch so manche literarische Vorlage verarbeitete, so Kurzke. Besonders hoch rechnet er es dem Herausgeber an, das er sein Wissen in klarer und kurzweiliger Weise weitergibt, sodass er die Märchen nicht entzaubert, sondern im Gegenteil "lebendig" werden lässt und damit zu ihrem Weiterleben bei ihren heutigen Lesern und Zuhörern beiträgt.
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