Jan Costin Wagner

Sonnenspiegelung

Geschichten von Leben und Tod
Cover: Sonnenspiegelung
Galiani Verlag, Berlin 2015
ISBN 9783869711126
Gebunden, 192 Seiten, 18,99 EUR

Klappentext

Schon am frühen Morgen haben Harford und Lena ihn gesehen: den fremden Mann, der im Schatten eines Baumes auf der anderen Straßenseite steht und zu ihrem Haus herüberstarrt. Als der seltsame Fremde sich den ganzen Vormittag nicht von der Stelle rührt, wird vor allem Lena ziemlich mulmig. Einige Stunden später geht Harford entnervt hinüber, um den Mann zu fragen, was er von ihnen will. Doch der reagiert nicht; sein Blick bleibt unverändert auf die Fensterfront des Hauses fixiert. Selbst die herbeigerufene Polizei kann den Fremden nicht dazu bewegen, seine Position zu verändern. Er bleibt - den ganzen Abend, die ganze Nacht. Und irgendwann kommt der Moment, in dem Harford endlich weiß, wie er den Mann vor der Tür für immer loswird

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 19.10.2015

Sylvia Staude scheint ganz verzweifelt über die schlimme Lage der Figuren in Jan Costin Wagners Erzählungen. Dass der Autor Geschichten vom Tod zu schreiben vermag, weiß Staude schon aus der Lektüre von Wagners Krimis. Dunkel geht es jetzt ebenfalls zu in diesen Texten, verrät die Rezensentin. Hin und wieder nur finden die Figuren den Schalter, der das Licht zurückbringt. Das jeweilige dunkle Ende erscheint ihr allerdings mitunter allzu berechenbar. Gut, dass Wagner ab und zu ironische Wendungen und Perspektivwechsel einzubauen versteht. Ganz normale, intakte Familienverhältnisse und Lebensumstände entpuppen sich dann als Tänze über Abgründen, warnt Staude.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.10.2015

Rose-Maria Gropp wird diese Erzählungen von Jan Costin Wagner nicht mehr los. Auch wenn in ihnen nicht eben viel geschieht, sie keine große Welt eröffnen, wie Gropp schreibt, bilden sie den Kern eines möglichen Verbrechens und eines Kriminalromans. Momente in Zeit und Raum, vom Autor mit bestechender Lakonie multiperspektivisch entworfen, verdichten sich vor den Augen der Rezensentin "wie in einem Kaleidoskop". Für Gropp ein beklemmendes, doch, da Wagner urteilsfrei erzählt, auch ein faszinierendes Leseerlebnis.
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