Der Teufelskreis der Frische - warum die Kühltechnik die Erde erwärmt Unsere Welt hängt am Tropf der künstlichen Kälte. Ob Supermarkt, Serverfarm oder Klimaanlage: Ohne Kältemaschinen steht das moderne Leben still. Jan Eike Dunkhase erzählt in seinem neuen Buch die faszinierende Kulturgeschichte einer Technologie, die Segen und Fluch zugleich ist. Er zeigt, wie wir natürliche Grenzen überwanden - und dabei in einen Teufelskreis gerieten. Denn je mehr wir kühlen, desto wärmer wird der Planet.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 03.08.2026
Die Geschichte des "gloriosen Siegeszugs der Kältemaschinen" kann Rezensent Marc Tribelhorn in Buch des Historikers Jan Eike Dunkhase nachvollziehen. Um eine Kulturgeschichte "im besten Sinn" handelt es sich hier für den Rezensenten. Dunkhase vollzieht nach, wie ab dem 19. Jahrhundert die "Kälteindustrie" wächst, über den Export von Natureis aus den USA, der Entwicklung von Kühlmaschinen in der Fleischindustrie und dem komplizierten Weg bis zur Etablierung des Kühlschranks nimmt Dunkhase seine Leser mit, wie Tribelhorn resümiert. Für die endgültige Durchsetzung des Kühlschranks in amerikanischen Haushalten war übrigens Theodor Roosevelt verantwortlich, lesen wir. Weiter geht es mit der Geschichte der Klimaanlage, über die ersten Kühlanlagen des Ingenieurs Willis Carrier und den deutschen "Kältepapst" Rudolf Plank, bis zum Air Conditioning in Kinos und schließlich die "Massenklimatisierung" der Gesellschaft, so der Kritiker Dabei zeigt Dunkhase auch das Dilemma der Klimaanlage auf: Das Phänomen, dass sie bekämpfen will, macht sie durch den hohen Energieverbrauch schlimmer, erklärt der Kritiker, je mehr also gekühlt wird, desto wärmer wird es - und andersherum. Tribelhorn scheint sich von diesem Buch gut informiert zu fühlen und nimmt abschließend noch den fatalen Zusammenhang von Digitalisierung und künstlicher Kühlung in den Blick, den der Autor ebenfalls behandelt.
Je kühler, desto wärmer, lernt Kritikerin Claudia Fuchs bei dem Historiker Jan Eike Dunkhase, der sich mit der künstlichen Kühlung und ihren Folgen für die Erderwärmung befasst hat. Für naturwissenschaftlich weniger Vorgebildete nicht immer ganz leicht, räumt sie ein, aber sehr aufschlussreich, wie Dunkhase den Weg der Kühlverfahren nachzeichnet: Der europäische Kolonialismus war entscheidend, denn der sprichwörtliche weiße Mann brauchte in Gegenden mit hohen Temperaturen und Luftfeuchtigkeiten Möglichkeiten, sich zu temperieren. Roosevelt wird zum Geburtshelfer des Kühlschranks, denn der Präsident sorgte dafür, dass viele Haushalte in den USA erstmals Strom hatten und somit ein solches Gerät überhaupt nutzen konnten. Die damit entstehenden Umweltschädigungen und auch sozialen Folgen werden Fuchs ebenfalls eindrucksvoll vorgeführt: Die ganze Südstaatenkultur ändert sich, wenn nicht mehr die Veranda vor dem Haus der soziale Treffpunkt ist, sondern das klimatisierte Wohnzimmer. Hier lässt sich, wie sie resümiert, gründlich und eindringlich erfahren, was Kältetechnik für den Klimawandel bedeutet, nämlich einen Teufelskreis aus Erwärmung und Kühlbedürfnis.
Caroline Wahl: 1999 Meter über dem Meer Der Selbstfindungstrip nach Bali? Samara hat niemanden gefunden. Die hippe Agentur in Berlin-Mitte? So öde wie irgendein anderer Job. Samara weiß, was sie alles nicht mehr… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Valeria Gordeev: Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle Konstantin und Lada haben den Kontakt verloren. Während Konstantin in einem unterirdischen Forschungslabor festsitzt, das Lenins Leichnam konserviert, kämpft seine Schwester… Ingo Schulze: Das Wasser im August Eingeladen zu einer Lesung aus seinem unfertigen Manuskript, fährt der Erzähler nach Mecklenburg. Eine Landschaft mit weitem Horizont und Wolken, die tief über die Seen ziehen.…