Mit Blick auf Themen wie Klimawandel, Technologieentwicklung und gesellschaftlicher Zusammenhalt eine optimistische Haltung einzunehmen, erscheint angesichts realer Zustände und Entwicklungen verrückt. Manches wird besser - aber davon auszugehen, dass es eine "nachhaltige" Entwicklung geben wird, ist absurd. Dass die Zukunft unrettbar verloren ist, scheint daher eine verbreitete Meinung zu sein - dunkler Pessimismus ist aber ebenso unangebracht wie der fröhlich-naive Glaube an ein strahlendes Morgen. Was möglich - und nötig - erscheint, ist Hoffnung. Anders als Optimismus und Pessimismus, die für die Zukunft stets das Gute oder das Schlechte erwarten, ist die Hoffnung fragend, tastend, zaudernd und zweifelnd. Hoffnung hat Gründe. Sie hält Wandel für gestaltbar - und sieht die Hindernisse und Schwierigkeiten, mit denen dieser Gestaltungswille konfrontiert ist. Echte Hoffnung sieht diesen Problemen klar ins Auge und gibt sich nicht mit Halbwissen, naivem Fortschrittsglauben, weltfremden Utopien und einfachen "Lösungen" zufrieden. Sie basiert nicht auf Optimismus, sondern auf Wissen und einer klaren Analyse der Lage
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.09.2020
Rezensent Philipp Krohn findet verdienstvoll, wie der ökologische Ökonom Fred Luks darauf verweist, dass trockene Analysen allein den Nachhaltigkeitsdiskurs nicht weiter bringe. Wie Krohn darstellt, setzt Luks nicht wie etwa Rachel Botsmann auf das Vertrauen als Leitmotiv für die anstehenden großen Transformationen, sondern mit Hans Jonas auf das Prinzip Hoffnung, das er vom naiven Optimismus unterscheidet, da es mit Wissen gepaart sei. Angst oder Wut seien nur als kurzfristige Motivatoren hilfreich, lernt Krohn. Hübsch trocken kommentiert Krohn, wie sich Luks von anderen Autoren Stichworte hole: "Ein sympathischer, dem Journalismus verwandter Ansatz."
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