Jan Erik Schulte (Hg.), Michael Wildt (Hg.)

Die SS nach 1945

Entschuldungsnarrative, populäre Mythen, europäische Erinnerungsdiskurse
Cover: Die SS nach 1945
Vandenhoeck und Ruprecht Verlag, Göttingen 2018
ISBN 9783847108207
Gebunden, 451 Seiten, 45,00 EUR

Klappentext

1945 wurde die SS von den Alliierten verboten und aufgelöst. Damit endete aber nicht die Geschichte dieser verbrecherischen Organisation. Vielmehr war bereits zu diesem Zeitpunkt die Auseinandersetzung über die Bedeutung, Verantwortung und Wirkung der SS und ihrer Mitglieder in vollem Gange - eine Auseinandersetzung, die bis heute andauert. Kollektivschuldvorwürfe standen gegen die Versuche von SS-Gliederungen, sich im Nachhinein von der Gesamtorganisation zu distanzieren. In Illustrierten und Spielfilmen lebte das Narrativ vom teuflischen SS-Offizier auf und verwandelte die SS medial in eine exklusive Geheimorganisation. Die Beiträge dieses Bandes analysieren die Strafverfolgung der SS nach 1945, die personellen Seilschaften und politischen Kontinuitäten, aber ebenso die vielfältige Dimension einer nach wie vor virulenten Erinnerungskultur an die SS in Europa.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.03.2019

Johannes Koll hält die kritische Auseinandersetzung mit der SS, wie sie der von Jan Erik Schulte und Michael Wildt herausgegebene Band vornimmt, weiterhin für wichtig. Welche Netzwerke und Strategien auf eine Rehabilitierung der SS nach '45 hin wirkten und wie erfolgreich dieses Bestrebungen waren, erfährt der Rezensent aus den Beiträgen ebenso wie er die weitere Rezeptionsgeschichte der SS im Neonazi-Kult in Deutschland und in Ländern des ehemaligen Ostblocks sowie der Reichsbürgerbewegung kennenlernt. Beispiele aus Österreich vermisst der Rezensent im Band zwar, die Ergebnisse überzeugen ihn jedoch insgesamt.

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