Aus dem Englischen von Barbara Schaden. Jeden Sommer ihrer Kindheit hat Liz auf den Obstplantagen ihres Onkels am Eriesee verbracht. Jeden Sommer hat sie darauf gewartet, dass ihr Lieblingsbaum sich orange färben würde, lodernd von unzähligen Schmetterlingen, die sich auf ihrer Wanderung dort niederließen. Jetzt ist Liz vierzig und zurückgekehrt, um als Entomologin den Monarchenfalter zu erforschen. Doch während sie auf dem verlassenen Gut umherstreift, steigen die Erinnerungen auf: Was ist geschehen in jenem Sommer, in dem so vieles zerbrach? Wohin ist ihr Onkel verschwunden, und wäre sie glücklich geworden mit Theo, ihrer ersten großen Liebe, dem mexikanischen Jungen, mit dem sie so viel mehr verband, als sie ahnen konnte?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.12.2012
Astrid Kaminskis Kritik am neuen Roman der kanadischen Erfolgsschriftstellerin Jane Urquhart beginnt mit lauer Sympathie und endet als scheppernder Verriss - und zeichnet somit vielleicht auch emotional die Lektüreerfahrung der geplagten Rezensentin nach. Ein Drei-Generationen-Roman am Erie-See in Kanada ist das also, mit dem für solche Romane üblichen Personal aus einem knorrigen Patriarchen, der eine Obstplantage betreibt, und Kindern, die als Lyrikliebhaberinnen, Afganistan-Soldatinnen und Schmetterlingsforscherinnen (Nabokov!) aus der Art schlagen. Hineingemischt werden dann auch noch Multikulti-Elemente mit Pressesprechern kurdischer Abstammung, die ausgerechnet in Afghanistan zum Islam finden, und ähnlich "ungelenken Beiträgen" zur Erkundung einer Welt, die nicht mehr nur aus Obstplantagen, sondern aus vielfachen Migrationsbewegungen besteht. Der Roman ist für Kaminski ein "recht enttäuschendes Apfelbirnenmus".
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