Jayne-Ann Igel

Traumwache

Prosa
Cover: Traumwache
Urs Engeler Editor, Basel 2006
ISBN 9783938767030
Gebunden, 80 Seiten, 14,00 EUR

Klappentext

Kürzer und genauer als mit dem Wort "Traumwache" lässt sich nicht sagen, was in Jayne-Ann Igels jüngstem Buch zu finden ist: ein in Träumen geschärftes Wachbewusstsein. Von Träumen erwartet Igel, dass sie ihr etwas zeigen, was der Wirklichkeit eignet, was in ihr latent ist, aber noch ungesehen und unentdeckt. "Ein Traum", sagt sie, "setzt reale Orte und Personen in Anführungszeichen. Durch diese Veränderung können sie neu erfahren und erkannt werden. Der Traum knüpft andere Verbindungen und weist damit auf Zusammenhänge, die ich so nicht hätte denken können."

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 04.07.2006

Nicht allein eine "moderne" Poetik bewundert Rezensent Michael Braun an der Traumwache Jayne-Ann Igels, sondern auch die Kraft, dem Leser "buchstäblich" den Boden unter den Füßen wegzuziehen. So etwas wie ein identifizierbares oder auch identisches Subjekt werde durch die verschiedenen Zeit- und Ich-Ebenen ganz bewusst aufgelöst. Solcherart wechselvolle Ichs, so der Rezensent, würden in Jayne-Ann Igels Traumwache auf "mäandernde" Weise erkennbare Räume wie beispielsweise Leipziger Straßen und düstere Quartiere durchstreifen, die ihrerseits von verschiedenen Zeiten erzählten. Von den "Verliesen" der Kindheit bis zum realen Staubabrieb der Jetztwelt käme so einiges zum Vorschein und erzähle eine "innere Topografie" anhand von Traumprotokollen. Für eine zu schreibende Geschichte des Traums, gibt der Rezensent seinerseits zu Protokoll, komme man nun nicht mehr an der lyrischen Prosa von Jayne-Ann Igel vorbei.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 29.04.2006

In diesen kurzen Texten, mal wenige Zeilen, mal wenige Seiten lang, geht es um die "labyrintischen Umwege der Erinnerung". Und das heißt im Falle der 1954 (als Bernd Igel) in Dresden geborenen Autorin Jayne-Ann Igel vor allem: Erinnerung an die DDR. Der Text changiert dabei zwischen Innen und Außen, verliert nie seine monologischen Züge, was sich auch daran ablesen lässt, dass jedes der Fragmente durch Auslassungszeichen eingeklammert wird. Die Rezensentin Dorothea Dieckmann zeigt sich einerseits beeindruckt durch Igels Verzicht auf "jede aparte Poetisierung", die Strenge der Durchführung. Andererseits kommt ihr der gänzlich unspielerische Ernst doch "eminent deutsch" vor. Bedenken hat sich auch angesichts der manches immer wieder vereindeutigenden Begriffs- und Diskurssprache, die die eigentlichen Erinnerungen allzu oft kommentiert.

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