Aus dem Französischen von Andreas Münzner. "Von wegen den Tieren" ist der Monolog von Paul, der von seinen Tieren, der Frau, die er Vulva nennt, einigen namenlosen Kindern und dem Leben auf dem Hof erzählt. "Das Leben ist voll Löcher und Beulen und nicht wirklich lustig oder schön anzusehen", sagt Paul - bis eines Tages Georges auftaucht, ein portugiesischer Saisonarbeiter, der Paul durch seine Art, die Welt zu sehen, zu irritieren beginnt. Indem Georges allmählich die hermetische und autistische Welt von Paul und Vulva öffnet, verändert sich langsam auch Pauls Blick.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.10.2004
Ganz hin und weg ist Roman Bucheli von Noelle Revaz' Erstling "Von wegen den Tieren". Ein "stupendes" Debüt" habe die Eidgenossin da hingelegt und gleich bei ihrem ersten Roman ein "riskantes literarisches Abenteuer" gemeistert. Hauptfigur des Romans ist Paul, der ungehobelte, gewalttätige Bauer, der ganz affektgesteuert seine Kühe liebt, seine Kinder erträgt und seine Frau Vulva in erster Linie schlägt. Mit der Sprache, die Revaz ihrem Protagonisten geliehen hat, vollbringt sie laut Bucheli ein "dreifaches Zauberstück": Der Leser halte sie für glaubwürdig, registriere dabei gleichzeitig die "bis ins kleinste Detail stimmige Künstlichkeit" dieser Redeweise und bewahre sich trotz allem noch einen letzten Rest Sympathie für den Helden. Bucheli lobt und lobt, Revaz habe ein "phantastisches" Buch geschrieben, "lebensprall" und doch oft indirekt, voller Mitgefühl und in einer Sprache, die nur einfach und absonderlich scheine, eigentlich aber die "Souveränität" und "Subtilität" der Autorin aufscheinen lasse. Und als wäre das nicht genug, ist dem Schriftsteller Andreas Münzer eine Übertragung aus dem Französischen gelungen, die Bucheli schön schweizerisch "mit Fug" als "ebenbürtig" bezeichnet.
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