Aus dem Französischen von Joachim Unseld. Jean-Philippe Toussaint ist nicht nur ein Schriftsteller, sondern auch ein ausgewiesener Fußballkenner und -fan. Regelmäßig erschienen Fußballkommentare in französischen und internationalen Zeitungen. Am 9. Juli 2006 saß er auf der Tribüne des Berliner Olympiastadions und hat das Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft Frankreich gegen Italien erlebt. Natürlich auch jene inzwischen legendäre "Geste" Zinedine Zidanes, den berühmten Kopfstoß gegen den Italiener Marco Materazzi, der wohl ebenso in die Annalen der Fußball-Weltmeisterschaften eingehen wird, wie seinerzeit das Wembley Tor. Toussaint schildert den Hergang und geht dabei den Ursachen des Kopfstoßes nach: für den dreimaligen Weltfußballer des Jahres im letzten Spiel seiner Karriere ein mehr als denkwürdiges Ereignis, mit dem er sich auf seine Weise in der Fußballgeschichte verewigte.
Rezensent Joseph Hanimann freut sich über dieses "poetologische Kabinettstück", das aus einer wirklichen Begebenheit beim Fußball-WM-Finale 2006 - Zidanes Kopfstoß gegen Materazzi - eine unmögliche machte. Denn zunächst führte ihn der Autor auf eine eher realistische Spur, um die Sache dann ins Paradoxe zu wenden. Hanimanns Beschreibungen bleiben eher unklar, schließlich will er den Lesern den Spaß nicht verderben. Und den scheint man bei der Lektüre zu haben. Hanimann lobt ausführlich die kleinen Verrückungen, mit denen Toussaint scheinbar klare Dinge unscharf macht. Einen gewissen Anteil daran haben "über den langen, komplexen Satzbau hinweggleitende Partizipialkonstruktionen". Wobei Joachim Unselds "kundige" Übersetzung Hanimann "souverän" folgt. Kleines Bonbon dieser Edition sind außerdem die Autorenfotos vom Berliner Finalspiel, dem Toussaint augenscheinlich leibhaftig beigewohnt hat.
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