Mit Illustrationen von Jens Rassmus. Jette ist jetzt zweistellig. Ihr kleiner Bruder Emil dagegen ist einstellig geblieben, obwohl er sehr gerne älter geworden wäre. Vor einem Jahr ist er gestorben und über Jette schweben immer noch die Wutwolken, die aber langsam heller werden. Emil war krank, schwer krank. Jette erzählt in Rückblicken von ihrem kleinen Bruder. Davon wie sie Beerdigung spielten, vom Pizzahimmel und das Emil es ganz schön doof fand, dass er nicht länger bleiben konnte. Sie erzählt von ihren Eltern, von Ausflügen ans Meer und davon, dass es weitergeht. Auch wenn sie Emil nie vergessen wird.
Selten hat Rezensentin Katrin Hörnlein ein so bewegendes und eindringliches Buch über den Tod eines Kindes gelesen wie Jens Raschkes "Schlafen Fische?". Das liegt zum einen daran, dass Raschke die zehnjährige Jette so klar, einfach und "kindlich naiv" vom Alltag nach dem Tod ihres sechsjährigen Bruders erzählen lässt, dass der Tod mitten im Leben ankommt, lobt die Kritikerin. Der kraftvollen "Schlichtheit" des Textes passen sich die stillen und zurückgenommenen Illustrationen von Jens Rassmus, der die Leerstelle, die der Bruder hinterlässt, ebenso gekonnt einfängt wie die ständige Abwesenheit der Mutter, perfekt an, fährt Hörnlein fort. Ein couragiertes, hinreißendes und lange nachhallendes Buch, schließt die Rezensentin, die während der Lektüre die ein oder andere Träne verdrückt hat.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.04.2017
Ganz zu recht, wie Rezensent Dirk Pilz findet, hat Jens Raschke mit seinem Monolog Schlafen Fische? vor fünf Jahren den Mülheimer Kindertheaterpreis gewonnen, denn dieses Stück behandelt sein Thema, den Tod, ohne jede falsche Rührseligkeit, ohne unehrlichen Trost, ehrlich, direkt, kraftvoll und rührt doch zu ernst gemeinten Tränen. Die kleine Monologistin verliert ihren Bruder. Sie ist wütend, hilflos und ratlos. Diese Wut, diese Trauer und diese Hilflosigkeit finden in ihrem Monolog Ausdruck, lesen wir. Nun ist er, ergänzt um die feinfühligen Illustrationen von Jens Rassmus, gedruckt erschienen und sollte unbedingt gelesen werden, meint der berührte Rezensent.
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