Der elegante Dandy und die scharfzüngige Rebellin - Jane und Paul Bowles bleiben eines der faszinierendsten, widersprüchlichsten und rätselhaftesten Autorenpaare des 20. Jahrhunderts. Ihre intensive Verbindung nahm im New York der dreißiger Jahre ihren Anfang, führte das ungleiche Duo auf Reisen nach Mexiko und Mittelamerika, Paris und London und schließlich in das Tanger der Nachkriegszeit, wo sie alsbald Kultstatus genossen. Ihre wechselnden Unterkünfte zwischen Marokko und Sri Lanka avancierten zum Schauplatz mondäner Partys ebenso wie zum Treffpunkt der literarischen Avantgarde: Klassiker der Moderne und Beat-Poeten, aber auch Showstars und Millionäre gingen bei ihnen ein und aus.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 15.04.2006
Wieder legt Jens Rosteck eine "großangelegte Doppelbiografie" vor, und wieder gelingt ihm dabei ein großer Wurf, findet der Rezensent Florian Vetsch. Rostecks "faszinierende" Protagonisten sind diesmal Jane und Paul Bowles, das eingeschworene und doch ungleiche Schriftstellerpaar, das zahlreiche künstlerische Strömungen des 20. Jahrhunderts antizipiert oder mitgeprägt hat. Der Rezensent lobt Rosteck nicht nur für die "Vielschichtigkeit" seiner Darstellung, die das "komplexe Beziehungsmuster" der homosexuellen, aber platonisch tief verbundenen Ehepartner beleuchtet, die aber auch weit über das "Binnenleben" der Bowles hinausreicht, sondern auch für seine "erhellenden Interpretationen" ihrer Werke. Nicht zuletzt aufgrund der zahlreichen, in den Text eingebundenen Trouvailles aus den Werken der Bowles ist diese Doppelbiografie für Laien und Kenner gleichermaßen lesenswert, schließt der angetane Rezensent.
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