Aus dem Amerikanischen von Jörn Pinnow. Rätselhafte Formeln und Gleichungen, faszinierende mathematische Fragestellungen und Lösungsansätze - auf den Tafeln der Forschenden erscheinen sie so fesselnd wie abstrakte Kunst. Nach und nach erschließen sie sich als ein Schatz an Geistesblitzen, kreativen Denkprozessen und konzeptioneller Schönheit.Die Kreidetafel hat für Mathematiker und Mathematikerinnen bis heute einen einzigartigen Stellenwert: Sie dient der Lösung hochkomplexer Fragen und Probleme und als Ort der Zusammenarbeit und der Vermittlung. Während die meisten Forschungsgebiete längst Whiteboards und andere digitale Präsentationsformen nutzen, bleibt die Mathematik Tafel und Kreide treu. In über einhundert Fotografien zeigt Jessica Wynne in "Bitte nicht wegwischen" Tafelbilder, die für uns Laien zunächst so rätselhaft wie ästhetisch fesselnd sind. Gezeichnet, gekritzelt, verändert, weggewischt und immer wieder neu entworfen wurden sie von renommierten und jungen Stimmen der Mathematik aus aller Welt, die in ihren Begleittexten anschaulich von ihrer Arbeit erzählen. Nach und nach erschließt sich so aus dem Zusammenspiel von Wort und Bild die bewundernswerte Vorstellungskraft ihres Denkens und die konzeptuelle und visuelle Schönheit ihrer Disziplin.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.04.2023
Helmut Mayer staunt über die Schönheit mathematischer Tafelbilder, wie sie Jessica Wynne in diesem Band, knapp kommentierend, präsentiert. Kein Whiteboard vermittelt das Ephemere mathematischer Theorien besser, findet Mayer. Verstehen muss man die Formeln und Diagramme nicht, um sich an diesem Band zu erfreuen, verspricht er, auch wenn das Zielpublikum wohl Mathematiker sind, wie er mutmaßt. Ein außergewöhnliches Lob auf Tafel und Kreide, findet der Rezensent.
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