Dieses Buch führt in den Keller, wo die Heizöfen stehen, mit denen die Hochkultur gewärmt und gefüttert wird. Ob Jack The Ripper oder Dagobert Duck, ob Krazy Kat, Alien, Mord und Totschlag im "Wunderhorn", Tiefen und Untiefen der Science fiction oder gleich der Krimi hier sind die Früchte einer alten Leidenschaft zu genießen: Joachim Kalka, Kritiker und Übersetzer, liebt die Welt des sogenannten Trivialen, und in diesem Buch läßt er den Underground leuchten und zeigt, dass ohne ihn in den kulturellen Obergeschossen die Luft recht dünn wäre: Nicht nur um die grell erleuchteten Mysterien der Kolportagewelt sind hier zu bewundern, sondern auch all jene avantgardistischen Erzählweisen, die von den ewigen Wiederholungen einer Grundformel leben dem Mord im verschlossenen Zimmer oder dem Sturz über die Bananenschale.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.09.2008
Für Rezensenten Andreas Platthaus war die Lektüre von Joachim Kalkas "Hoch unten" ganz ausgesprochen aufschlussreich und erfreulich. Der Autor brilliere in der "Rehabilitierung des Trivialen" und gehe mit Erzähltheorie, Rezeptionstheorie und Kulturgeschichte an die Interpretation von Comics wie "Donald Duck" und Horrorfilmen wie "Alien". So hat Kalka es auf jeden Fall geschafft, dem Rezensenten die Bedeutung dieser "trivialen" Kulturgüter schmackhaft zu machen und ihm höchstes Lob abzugewinnen. Platthaus findet das Buch "nicht nur klug, sondern auch originell" und stört sich nicht im geringsten daran, dass einige der Texte schon in der FAZ erschienen sind und man Kalka durchaus nachsagen könne, "er wäre Partei". Sogar die Tatsache, dass ein damaliger Redigatsfehler übernommen wurde - aus Regisseur David Fincher wurde David Fischer - findet Platthaus "rührend".
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