Mit 66 Farb- und Schwarzweißabbildungen. Im Zentrum des Buches steht der weltgeschichtlich neue Typus des Liberalen, der zwischen Revolution und Reaktion eine mittlere Position vertritt. Künstlerisch überragendster Protagonist dieses liberalen Geistes ist Goya, Hofmaler und Portraitist der aristokratischen Gesellschaft Spaniens im Zeitalter Napoleons. In exemplarischen Analysen bestimmt Jörg Traeger die Pole der "gespaltenen" Kunst Goyas - vom offiziellen Gesellschaftsporträt bis zum inoffiziellen Capriccio. Von Goya ausgehend erörtert Jörg Traeger die neu entstandene Staatsmalerei, die Modi des Obszönen und der Ironie in der Kunst, das Bild des Krieges und des Nichts in epochen- und länderübergreifen- dem Zusammenhang.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.01.2001
Jörg Traeger ist in der Literatur über den spanischen Hofmaler Francisco Goya kein Unbekannter, weiß der Rezensent Franz Zelger. Schon frühere Publikationen von Traeger haben den Rezensenten beeindruckt. Mit dem "handlichen" und "leserfreundlichen" Buch stellt der Autor einmal mehr unter Beweis, dass er eine vortreffliche Beobachtungsgabe und profunde Kenntnisse nicht nur über Goya, sondern auch über das zeitgenössische und künstlerische Umfeld des Spaniers besitzt, lobt der Rezensent. Ein wichtiger Beitrag für die Goya-Foschung, so lautet sein Fazit.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.12.2000
"Goya einmal ganz anders", lobt Elke Schubert die Untersuchung Jörg Traegers, der Goya nämlich als Künstler betrachtet, der die Ideen der Aufklärung und der Französischen Revolution ernst genommen hat. Aus dieser These sei ein kluges Buch entstanden, dass auch die scheinbaren Widersprüche in Werk und Leben des spanischen Hofmalers zusammenbringe. Wie lassen sich seine Porträts der königlichen Familie mit den "Caprichos" und den "Desastres de la guerra" vereinbaren, fragt die Rezensentin. Traeger unterscheide anfangs einen offiziellen und einen inoffiziellen Bereich, in dem die dunklen Caprichos entstanden. Später erwärmte sich Goya für die Ideen Napoleons und der Französischen Revolution, was ihn andererseits nicht davon abhielt, offen und schonungslos Missstände anzuprangern. Zu einem der schönsten Kapitel des Buches zählt Elke Schubert das über "Ironie in der Kunst", das unter anderem mit der hartnäckigen Behauptung aufräume, Goya hätte bei der Darstellung des Königlichen Hofes maßlos übertrieben.
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