Johann Hinrich Claussen

Gottes Häuser oder die Kunst, Kirchen zu bauen und zu verstehen

Vom frühen Christentum bis heute
Cover: Gottes Häuser oder die Kunst, Kirchen zu bauen und zu verstehen
C.H. Beck Verlag, München 2010
ISBN 9783406607189
Gebunden, 288 Seiten, 24,95 EUR

Klappentext

In Zusammenarbeit mit Christof Jaeger. Johann Hinrich Claussen führt in diesem Buch durch die Geschichte des Kirchenbaus, von den ersten Hauskirchen über die grandiosen Kathedralen des Mittelalters bis heute. Kirchen prägen unsere Städte und Dörfer. Auf Reisen werden sie besucht und bewundert. Aber vielen Menschen geben sie zunehmend Rätsel auf. Wie wurden die Kirchen gebaut? Warum sind Taufbecken und Kanzel mal so und mal anders platziert? Wozu dienen Bilder und Altäre? Johann Hinrich Claussen erzählt die Geschichte von neun beispielhaften Kirchen und erklärt so, wie Kirchen funktionieren, sei es für Gebet und Gottesdienst oder als Zufluchtsstätte und politisches Herrschaftszeichen. Dabei verknüpft er Kunstgeschichte, theologische Deutung, Politik und Frömmigkeitsgeschichte und lässt nicht nur Gläubige Kirchen mit anderen Augen sehen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 19.01.2011

Ein paar Nachlässigkeiten und gewisse Ressentiments (etwa gegen die katholische Konkurrenz oder den Beton als Baumaterial) kann Andreas Tönnesmann dem Autor zwar nachweisen. An seiner grundsätzlichen Hochachtung für ein derartiges Buch allerdings ändert das nichts. Mut, Neugier und Toleranz, diese Tugenden, weiß Tönnesmann, sind eher selten, zumal vereint in einer Person. Bei Probst Johann Hinrich Claussen aber dürfen wir auf sie zählen. Und wenn der Hauptpastor von St. Nicolai zu Hamburg loslegt, um uns Ahnungslosen einmal Sinn und Zweck des christlichen Sakralbaus und der Liturgie zu vertellen, ist Tönnesman ganz Ohr. Für notwendig hält er einen solchen Knigge allemal. Claussen aber macht daraus mit Verstand, Sachkenntnis und Parataxe Ethnologieunterricht. Solang Tönnesmann auf die Art über die vielfältigen Polaritäten (Frömmigkeit vs. Ruhmsucht der Stifter!) beim Kirchenbau informiert wird oder anhand sattsam bekannter Beispiele (Hagia Sophia, St. Peter) die kirchenbaulichen Besonderheiten einer Epoche erklärt bekommt, ist er's zufrieden.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.10.2010

Kurz ist diese Kritik, aber freundlich. Der Autor - "Pastor, Propst und Privatdozent" - weiß, wovon er schreibt und kennt sich bestens aus, bescheinigt ihm Rezensent Dieter Bartetzko. In einem Punkt ist der Rezensent ganz anderer Ansicht - er glaubt nämlich nicht, dass die Geschichte der Kirchenarchitektur sozusagen ein inzwischen abgeschlossenes Sammelgebiet ist; neue Bauten von Peter Zumthor und anderen sprechen da seiner Ansicht nach sehr dagegen. Für einen gravierenden Einwand gegen das Buch hät Bartetzko dies jedoch selbst nicht. Wie Claussen nämlich "Religions-, Sozial- und Baugeschichte" zu verbinden verstehe, das gebiete einfach Respekt.
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