Johannes Hahn (Hg.)

Alexander in Indien 327-325 v. Chr.

Cover: Alexander in Indien 327-325 v. Chr.
Jan Thorbecke Verlag, Sigmaringen 2000
ISBN 9783799506076
Gebunden, 300 Seiten, 25,46 EUR

Klappentext

Alexanders berühmter Feldzug gegen das Perserreich führte nicht nur in das Zweistromland und die Persis, die Kernregionen jenes Riesenreiches. Nach dessen Niederwerfung und dem Tod des letzten Achämeniden, Dareios III., stieß Alexander mit seinen Truppen vielmehr weiter nach Osten vor und überschritt schließlich den Hindukusch. Er gelangte in Landstriche, die noch kein Grieche gesehen hatte und über die nur äußerst unsichere Kunde nach Westen gelangt war. Als die Griechen nach unaufhörlichen Kämpfen und endlosen Märschen jenes Wunderland schließlich erreichten, trafen sie Verhältnisse an, die ihre Vorstellungskraft überstiegen: Klima, Fauna und Flora ließen sie immer wieder staunen, und die Menschen, denen sie begegneten, besaßen eine Fremdheit und Bräuche, die ihnen oft unbegreiflich waren.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 30.05.2001

Nach Ludger Lütkehaus führt dieser Band, in dem auch antike Historiker zu Wort kommen, "vorzüglich in diese einzigartige Epoche hinein" - so gut offenbar, dass der Rezensent bedauert, nicht im Zeitalter des Hellenismus geboren zu sein. Im Buch geht es, wie Lütkehaus erläutert, um die Annäherung Alexanders und eines indischen Weisen, genannt Kalanos, wobei Lütkehaus eine frühe Form der Globalisierung erkennt - zumindest eine der "globalisierten Philosophie", weil Kalanos offenbar "die konsequenteste Inkarnation philosophischer Unerschütterlichkeit", der griechischen Ataraxie, darstellte. Lütkehaus diagnostiziert im Verhältnis der Griechen zu Kalanos einen idealen kulturellen Austausch, der "wohlgemerkt aus Neugier, nicht zur Vorbereitung einer Mission" stattgefunden hat.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 26.10.2000

Heutzutage wandeln griechische Touristen gern auf den Spuren Alexander des Großen, die ausgerechnet durch das heutige Pakistan führen, macht sich Ralf-Peter Märtin lustig, denn lang lang ist`s her, dass das Weltreich des mazedonischen Eroberers bestanden hat. Diese Eroberung längs des `Indus` war nur von kurzer Dauer und das Entfernteste, wohin es Alexander und sein Heer geführt hat, weiß Märtin, war Pakistan, damals noch Indien: insgesamt 24 000 km haben die Kriegsveteranen in rostenden Rüstungen bei Monsunregen zurückgelegt. Märtin ist begeistert von diesem Vorzeigeband aus der Reihe `Fremde Kulturen in alten Berichten` - eine Augenweide, was Schriftbild, Schrifttafeln und Fotografien angeht; mustergültig in Bezug auf den wissenschaftlichen Apparat; informativ und gut lesbar der inhaltliche Teil, den Johannes Hahn aus antiken Texten zusammengestellt hat. Das militärische Vorrücken bilde sozusagen das Rückgrat des Buches, berichtet Märtin, daneben arbeite der Herausgeber die jeweiligen Sitten und Gebräuche der betreffenden Völker und ihre unterschiedlichen Mentalitäten heraus: die kulturelle Verklammerung dieser so unterschiedlichen Gesellschaften in der frühen Neuzeit sei von fundamentaler Bedeutung gewesen.
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