Johannes Jansen

Frederic Chopin

Cover: Frederic Chopin
dtv, München 1999
ISBN 9783423310222
Taschenbuch, 156 Seiten, 7,57 EUR

Klappentext

Chopin (1810 - 1849) zählt zu den schillerndsten Gestalten der musikalischen Romantik. Sein Leben war bewegt und voller Umbrüche, der Zauber seiner Musik ist ungebrochen. Am 17.10. 1999 war sein 150. Todestag.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.1999

Ellen Kohlhaas bespricht diese neue Biografie zusammen mit zwei weiteren Chopin-Biografien: "Frédéric Chopin und seine Zeit" von Mieczyslaw Tomaszewski und "Frédéric Chopin" von Johannes Jansen.
1) Tadeusz A. Zielinski: "Chopin" (Gustav Lübbe Verlag)
"Vielleicht gründlicher als je zuvor", so die Rezensentin, erzählt Tadeusz A. Zielinski das Leben des polnischen Nationalkomponisten. Manchmal ist es ihr fast zu viel, und sie fragt, ob wirklich jedes Detail aus Chopins Leben für den heutigen Leser von Bedeutung sei. Auch Zielinskis Polemiken gegen Robert Schumann und seinen Hang, nur seinen eigenen Helden gelten zu lassen, findet sie deplatziert. Aber insgesamt ist sie des Lobes voll über diese monumentale Biografie, die im polnischen Original 1993 erschien. Vor allem Chopins gesellschaftliches Umfeld, aber auch seine Entwicklung vom brillanten Stil der Anfangszeit zur "bis zum Äußersten verfeinerten späten Ausdrucksform" würden in zahlreichen Werkbeschreibungen wiedergegeben.
2) Mieczyslaw Tomaszewski: "Frédéric Chopin" (Laaber-Verlag)
Bei Tomaszewski beschreibt Kohlhaas vor allem den systematischen Ansatz - das Leben wird einfach in einer Chronologie abgehakt. Einiges Neue erfahre man über das Verhältnis Chopins zu Zeitgenossen, etwa dem Maler Eugène Delacroix. Was der Autor zu musikalischen Neuerungen Chopins und seinen Einfluss bis hin zu Skrjabin und Messiaen sagt, hätte Kohlhaas gern in einem eigenen Kapitel zusammengefasst gesehen - so müsse man es umständlich aus den einzelnen Abschnitten herauslesen. Dennoch findet Kohlhaas Tomaszewskis Forschungen zu Chopins musikalischem "Nachleben" besonders interessant.
3) Johannes Jansen: "Frédéric Chopin" (dtv)
Bei diesem Buch lobt Ellen Kohlhaas die populäre Machart, die Informiertheit des Autors und die Knappheit der Darstellung - Zielinskis große biografische Arbeit sei dabei eine der wichtigen Quellen für Jansen gewesen. Ansprechend sei das Layout des Buchs, das durch eingerückte Erläuterungen manche nützliche Zusatzinformationen gebe.

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