Aus dem Englischen von Gerlinde Schermer-Rauwolf und Rita Seuß. Sizilien: die größte Insel des Mittelmeers, die Schwelle zwischen Europa und Afrika, Bindeglied zwischen dem lateinischen Westen und dem griechischen Osten. Ihre einzigartige strategische Lage lockte Phönizier, Griechen, Römer, Araber und Normannen, französische Fürsten und spanische Könige. Die Kämpfe um die Insel spielten für den Aufstieg und Fall der mächtigsten Dynastien der Welt eine Schlüsselrolle. Erstmals verknüpft John Julius Norwich all die bunten Fäden der sizilianischen Geschichte zu einer umfassenden Darstellung und führt die Leser durch die Jahrtausende. Von ihren Anfängen in der Antike bis zu ihrem Aufstieg zur multikulturellen Drehscheibe des Handels während der Kreuzzüge, vom Widerstand gegen die Vereinigung mit Italien bis zum Aufkommen der Mafia ist die Insel reich an weltgeschichtlichen Ereignissen und dramatischen Persönlichkeiten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.08.2017
Andreas Rossmann entdeckt zu viele Gemeinplätze in John Julius Norwichs Geschichte Siziliens. Weder über die Fremdherrschaft noch über die strukturellen Kräfte in der Entwicklung der Insel oder über die Entstehung der Mafia vermag der Autor Rossmann bahnbrechend Neues zu berichten. Die flüssige jorunalistische Schreibe, garniert mit Anekdoten und Porträts anstatt mit Analysen, kann den Rezensenten nicht darüber hinwegtäuschen, dass wichtige kulturelle und wirtschaftliche Entwicklungen im Buch nicht oder nur am Rand vorkommen. Dem Leser gibt Rossmann noch den Hinweis, dass der Untertitel in die Irre führt. Die Darstellung bricht nach dem Zweiten Weltkrieg ab, die Moderne wird vom Autor gar nicht behandelt, erklärt er.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.07.2017
Nicht erst seitdem im 19. Jahrhundert die Mafia Fuß fasste auf Sizilien ist die Insel im Süden Italiens von Korruption, Verbrechen von "verpassten Gelegenheiten und unerfüllten Versprechungen" geprägt, weiß Rezensent Johan Schloemann nach der Lektüre von John Julius Norwichs Buch über die Geschichte der Insel. Sachlich und ohne Scheu berichtet der Autor von der ständig wechselnden Fremdherrschaft und deren Misswirtschaft, unter der die Bewohner schon seit der Antike immer wieder zu leiden hatten und weiß dabei traurige und trockene Fakten durch seine eignen Wertungen und eine gut zugängliche Erzählweise zu entspannen, so der wohlmeinende Rezensent, für den auch die immer wieder herauszuhörende Zuneigung des Autors für die Sizilianer und ihr melancholisch hoffnungsvolles Gemüt dieses Buch zu einer bereichernden Urlaubslektüre macht.
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