Massimo Ciancimino

Don Vito

Mein Vater, der Pate von Palermo
Cover: Don Vito
Piper Verlag, München 2010
ISBN 9783492054447
Gebunden, 365 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Enrico Heinemann und Ines Klöhn. Don Vito, eigentlich Vito Ciancimino, ist die Verkörperung des mafiösen Politikers schlechthin. In den 1970ern Palermos Bürgermeister, schusterte er dem Mafia-Clan Corleonesi Tausende Bauaufträge zu und wurde zum Multimillionär. Bei ihm schaute der Boss der Bosse gern mal zum Kräutertee vorbei und besprach, was zwischen Staat, Geheimdiensten und Mafia anlag. Die Aussagen seines Sohnes bringen Cosa Nostra und Italiens Politikelite in größte Bedrängnis. Schon gibt es erste Urteile, neu aufgerollte Prozesse und unglaubliche Anschuldigungen: Berlusconis Partei Forza Italia sei mithilfe der Mafia entstanden. Der Staat sei in die Ermordung der Staatsanwälte Falcone und Borsellino verwickelt gewesen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.01.2011

Henning Klüver hat sich für seine Kritik des Buches, in dem Massimo Ciancimino mit Unterstützung des Journalisten Francesco La Licata die Verstrickung seines Vaters mit der Cosa Nostra offen legt, tief in die Geschichte der Mafia von Palermo begeben. Da Ciancimino selbst kein Mitglied der Mafia war, sind seine Einblicke in deren Organisation nicht besonders aufschlussreich und eher vom anekdotischen Blick geprägt, stellt der Rezensent fest. Sehr viel fesselnder findet er die Darlegungen über die "Rolle" des Vaters, der als palermitanischer Stadtdezernent für öffentliche Arbeiten zwischen Politik und Mafia vermittelte und dabei ganz offensichtlich kräftig profitierte. Der Rezensent ruft die blutigen Mafia-Kriege in Erinnerung, die mehr als tausend Menschenleben kosteten und referiert interessiert die unselige Verquickung zwischen Politik und dem organisierten Verbrechen, wobei er auch darauf hinweist, dass es durchaus in Italien Debatten über die Glaubwürdigkeit von Cianciminos Aussagen gibt. Allerdings spricht die Tatsache, dass sogar der fünfjährige Sohn des Autors Drohbriefe erhält, für die Brisanz des Buches, wie Klüvers Ausführungen vermuten lassen.

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