Josef Joffe schildert den Weg der USA zur Alleinherrschaft: in der Politik, in der Wirtschaft und in der Kultur. Mit dem Zusammenbruch der UDSSR im Dezember 1991 stiegen die USA zur einzigen Supermacht der Erde auf. Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die USA, welche für den Rest der Welt? Dieses Buch mutet beiden Seiten unangenehme Wahrheiten zu.
Verhalten äußert sich Rezensentin Sibylle Tönnies über Josef Joffes Betrachtungen der "Hypermacht" USA, auch wenn sie dem Autor in Vielem zustimmt. Überzeugend findet sie etwa dessen Erklärung, die Einordnung der USA in das UN-System der kollektiven Sicherheit könne nicht gelingen, weil dieses System keine überwältigende Militärmacht besitze und der USA letztlich keinen Schutz garantieren könne. Leicht überflüssig scheint ihr demgegenüber die eingehende Darstellung der europäischen Außenpolitik in der Bismarck-Zeit, zumal der Autor selbst einräumt, dass man hieraus nichts für die heutige Weltpolitik lernen kann. Joffes Einsicht, die USA solle mit ihrer absoluten Übermacht vorsichtig umgehen, hält sie für eine Erkenntnis, die das Buch "nicht gerade lesenswert" macht. Gleichwohl will sie diese Botschaft des Buchs nicht als "trivial" schelten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.11.2006
Rezensent Thomas Leuchtenmüller beurteilt Josef Joffes Studie über die "Hypermacht" USA überwiegend positiv. Die Ausführungen über den Aufstieg der USA nach dem Ende des kalten Kriegs zur einzig verbleibenden Supermacht und die entstandenen Gefahren dieser neuen Stärke findet Leuchtenmüller wohldurchdacht und präzise formuliert. Interessant scheinen ihm Joffes Empfehlungen, wie die USA den neuen Gefahren wirkungsvoll begegnen könnten. Der Autor plädiere hier für eine verantwortungsvolle, klassische Elemente britischen und Bismarckschen Handelns integrierende Politik, die auf internationale Legitimation setzt und die Interessen der anderen Nationen berücksichtigt. Leuchtenmüller hebt hervor, dass Joffe in seine "packenden" Schilderungen fiktionale und echte Dialoge, Aussprüche von Personen und Ausschnitte aus Leserbriefen einbindet. Lobend äußert sich der Rezensent auch über die historischen Exkurse, mit denen der Autor die heutige Politik etlicher Länder erklären könne. Zu beanstanden gibt es für Leuchtenmüller nur einige Redundanzen sowie das Fehlen eines Literaturverzeichnisses.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.09.2006
Friederich Mielke hat fast nur Gutes zu berichten über Josef Joffes Amerika-Buch. Die im USA-freundlichen Ton vorgestellten Thesen über ein Amerika als "Dreh-und Angelpunkt der Weltpolitik" hält er gerade jetzt für "wertvoll". Darin, dass Joffe sein Urteil abwiegt, historisch absichert und auch an die Verantwortung der Weltmacht erinnert, erkennt er die Stärken des Buches. Unverständlich bleibt ihm darum, wieso der Klappentext der englischen Ausgabe so eine Lobhudelei werden musste. Das hat Joffe nicht nötig, findet er. Und wenn der Untertitel im Deutschen behauptet, die USA "beherrschen" die Welt, so findet Mielke das irreführend: Gerade auf solche Terminologie verzichtet der Autor dankenswerterweise.
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