Der Debüt-Band der Lyrikerin Judith Hennemann ist ein streng komponiertes Buch. Rubriziert sind die Gedichte unter den sechs Kapiteln "Rauputz", "Mannheimer Stunden", "Rekonstruktion eines Flugkörpers", "Bauplan für etwas anderes", "Der Albino unter den Nächten" und "Ich pfeife auf die intellektuelle Würde der Melancholie", die bereits eine Ahnung von der Ästhetik und Themensetzung der Dichterin Judith Hennemann geben mögen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.06.2017
Rezensent Kurt Drawert entdeckt in Judith Hennemanns Gedichten eine neue wichtige, vor allem andere Stimme. Wie die Autorin in ihrem Debüt Subjekterfahrungen archäologisch angeht und verhandelt, von wo aus gesprochen wird, hat Drawerts Interesse geweckt. In den hier eröffneten Zwischenräumen zwischen Organischem und Anorganischem geschieht für Drawert das Entscheidende. Schön findet er, dass Hennemann immer kühl registriert, fast technisch formuliert. Die Liebesgedichte im Band hält Drawert kaum für möglich. Auch wenn nicht alles gleich gut gelungen, manches "überinstrumentiert" oder auch allzu hermetisch ist, möchte Drawert den Band empfehlen.
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