Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 01.09.2001
Der Held des Romans, erklärt Lutz Hagestedt, ist "eine Art Franz Josef Wagner des Reportagejournalismus", der mit "der perfiden Logik sogenannter einfacher Wahrheiten" operiert. Die Welt, in die er uns führt, so der Rezensent weiter, hält für einen Leser, der sich an die 70er erinnert, manches Déjà-vu-Erlebnis bereit, und das Sujet ist nicht weit entfernt von Bölls "Die verlorene Ehre der Katharina Blum". Erleichtert scheint Hagestedt indes darüber, dass es dem Autor nicht um Medienschelte geht, jedenfalls nicht im profanen Sinn: Wenn in diesem Zusammenhang im Buch das Wort "Frevel" auftaucht, schwingt für Hagestedt unbedingt dessen religiöse Konnotation mit und verweist sogleich auf "ein Menschheitsproblem ... wenn nicht gar ein metaphysisches Problem". Mit einem solchen, nicht eben leicht zu durchschauenden Anspruch vor einer "konsequent hässlich" gehaltenen Folie (der Welt des Romans), findet der Rezensent und scheint den Hut zu ziehen, wagt der Autor "einen schwierigen Spagat".
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