dtv, München 2026
ISBN
9783423285179 Gebunden, 256 Seiten, 24,00
EUR
Klappentext
"Du weißt, was du nicht willst. Nur was du willst, ist dir entfallen." Stella, Judith, Wanda und die anderen Heldinnen in diesem Buch sind nicht mehr jung, aber auch noch nicht alt. Sie sind hineingewachsen in ihre Rollen als Freundinnen, Geliebte, erwachsene Töchter oder späte Mütter, doch jetzt stellen sie fest: Ihre Lebensentwürfe erweisen sich als zunehmend brüchig. Und so werden die Begegnung mit der besten Freundin aus Schultagen, die Prügelei mit einem Catcaller oder der Besuch im Haus der gerade verstorbenen Schwiegermutter zu Momenten, in denen sie vorgeprägte Wege verlassen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.04.2026
"Eine kleine Sensation" ist dieser Erzählungsband, jubiliert Rezensentin Katharina Teutsch Julia Wolfs Erzählungen über elf Frauen in "Du, hier". Diese Frauen unterscheidet vieles voneinander, doch sie haben eines gemein: Frau zu sein, heißt: mit der Erwartung leben, dass sie sich zusammenreißen und anpassen. Und noch etwas teilen diese Frauen: Einen gewissen Impetus zum Aufbegehren. Spannungsreich, originell und mit bitterer Komik erzählt Julia Wolf vom Wandel auf dem schmalen Grat zwischen "Beherrschung und Entgleisung": eine Frau lässt sich auf einer Party gehen, einer anderen rutscht die Hand aus, die dritte beginnt eine Affäre mit einer Pflegerin, eine weitere baut die teuren Armaturen in ihrem "Design-Gefängnis" ab, um sie zu verschenken. Sie sind wütend, diese Frauen, sie tragen die Faust geballt in der Manteltasche, um das sprechende Bild zu nutzen, dessen sich die Rezensentin zur Charakterisierung dieser Erzählungen bedient. Und doch ist der Band keine Anklageschrift, kein Lamento, kein Manifest, sondern eine angemessene literarische Darstellung der komplexen Verhältnisse, unter denen viele Frauen zu leben versuchen, so die begeisterte Rezensentin.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 21.02.2026
Drei Romane hat Julia Wolf bereits vorgelegt, jetzt liest Rezensent Rainer Moritz ihren ersten Erzählungsband mit elf Geschichten, in denen Frauen von ihren Beziehungen am Kipppunkt erzählen. Diese Stories sind für ihn im literarisch allerbesten Sinne beklemmend, so sicher trifft Wolf die "Unerbittlichkeit" der Frauenleben, die sie beschreibt, eine Frau sitzt beispielsweise in der U-Bahn, auf dem Weg zu einem Termin, ihr innerer Monolog lässt sie ohne Antwort auf die Frage zurück, ob Glück für sie überhaupt je möglich sein wird. Moritz liest auch von Micha und Albert, deren Sexleben gehemmt ist, von einer überforderten Mutter, der der Mann nicht hilft - "permanente Überforderung" ist hier das Thema, das Wolf dem Kritiker zufolge so gut ausbuchstabiert wie kaum jemand sonst im Kurzgeschichten-Genre.
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