Antonia Baum

Achte Woche

Roman
Cover: Achte Woche
Claassen Verlag, Berlin 2025
ISBN 9783546100878
Gebunden, 128 Seiten, 21,00 EUR

Klappentext

Eigentlich rechnet jede Frau damit, dass sie mit ihrem Kind allein sein wird, Laura - alleinerziehend, eine Tochter - ist schwanger. In der gynäkologischen Praxis, wo sie neben der Arbeit an ihrer Dissertation jobbt, beobachtet sie die anderen Frauen: ihre Freude, ihre Unsicherheit, ihre Wege zur Gewissheit. Sie bekommen ein Kind oder brechen ihre Schwangerschaft ab, und Laura weiß nicht, was sie selbst tun soll. Eigentlich ist es ganz klar, denkt sie. Und zugleich: Wie soll man eine solche Entscheidung überhaupt treffen?

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 02.10.2025

"Sachlich-einfühlsam" blickt Antonia Baum auf ein schwieriges Thema, hält Rezensentin Victoria Porcu fest: Laura, die Protagonistin ihres Romans, ist schwanger, sie hat bereits ein Kind und hatte auch schon eine Abtreibung, der Vater hat sie verlassen und sie weiß nicht, was sie tun soll. Für einen medikamentösen Abbruch hat sie nur bis zur neunten Wochen Zeit, sie muss eigentlich auch noch ihre Doktorarbeit schreiben, sich um die dreijährige Tochter kümmern und ihren Job in einer gynäkologischen Praxis erledigen, erfahren wir. In diesem Job beobachtet sie am laufenden Band Frauen und sieht, wie unterschiedlich man eine Schwangerschaft bewerten kann, was Porcu zufolge von Baum klug und ausgewogen analysiert wird. Sie kombiniere gesellschaftliche und individuelle Sichtweisen auf Schwangerschaft und Abtreibung und zeige mit ihrem kritischen und einfühlsamen Roman, wie schwierig es für Frauen sei, den Ansprüchen an sie zu genügen, so die Kritikerin.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 13.09.2025

Rezensentin Verena Harzer bespricht zwei Bücher über Mutterschaft, die sehr unterschiedlich ausfallen, die Kritikerin aber auf je eigene Weise in den Bann ziehen: In "Achte Woche" von Antonia Baum gehe es "nüchtern-analytisch" zu; erzählt wird aus der Perspektive von Laura, die (erneut) über einen Schwangerschaftsabbruch nachdenkt und selbst in einer darauf ausgelegten Frauenarztpraxis arbeitet. Wie Lauras eigene Entscheidung unter dem Eindruck der dortigen Patientinnen steht, findet die Kritikerin spannend; wie "kleine soziologische Studien" scheinen ihr die Beschreibungen der Frauen. Ganz anders, nämlich sprachlich wuchtig und rauschhaft, falle Claire Kilroys "Kinderspiel" aus: in einer Art Bewusstseinsstrom kreist eine Mutter (Soldier) um ihr Kind (Sailor) und ihre Gefühle zu ihm; Zweifel und "totale Überforderung", dunkle Gedanken, aber auch bedingungslose Liebe, staunt Harzer - sie fühlt sich hier an Rachel Yoders "Nightbitch" erinnert. An beiden Büchern bewundert die Kritikerin die "Komplexität" der Frauenfiguren, die hier eingefangen und ausgehalten werde. Schade findet sie nur, dass die Männerfiguren dagegen sehr platt ausfallen, vor allem in "Achte Woche".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.08.2025

Antonia Baums Protagonistin Laura ist in der achten Woche schwanger, ohne es zu wollen, berichtet Kritikerin Christiane Lutz: Sie hat bereits einen Abbruch hinter sich und ein Kind, sie schreibt gerade ihre Doktorarbeit und arbeitet in einer gynäkologischen Praxis, könnte sich die nötigen Tabletten für eine Abtreibung also recht einfach besorgen. Baum erzählt nun mit "pragmatischer Zugewandtheit" davon, wie es ist, sich die Frage danach zu stellen, was man in Sachen Kinder bekommen eigentlich will, wie individuell jede Schwangerschaft und die Gründe dafür oder dagegen sind. Lutz ist merklich beeindruckt, wie realistisch die Autorin von den Dilemmata schreibt, die diese Fragen umgeben und empfiehlt dieses kluge Buch dazu, wie man als Frau eigentlich eh alles nur falsch machen kann, gerne weiter.

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