Jutta Richter

Hechtsommer

(Ab 8 Jahre)
Cover: Hechtsommer
Carl Hanser Verlag, München 2004
ISBN 9783446205185
Gebunden, 123 Seiten, 12,90 EUR

Klappentext

"Es war alles wie immer, es war, als wäre nichts geschehen." Und doch verändert sich in diesem Sommer alles. Während Anna die Zeit anhalten will, versuchen Daniel und Lukas den Hecht zu fangen. Und hinter den heruntergelassenen Jalousien liegt Gisela, die Mutter der beiden, im Krankenzimmer und bekommt keine Luft. Wenn der Hecht gefangen ist, wird Mama wieder gesund, glaubt Daniel. Anna glaubt das nicht, aber Daniel und Lukas sind ihre Freunde. "Einer für alle und alle für einen", hat Gisela immer gesagt, und so soll es bleiben. Jutta Richter erzählt vom letzten Sommer einer Kindheit, vom Hoffen und vom Traurigsein, von Freundschaft und Geschwisterliebe, die auch da noch trösten, wo Trost das Schwerste ist.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 19.03.2005

Begeistert zeigt sich Angelika Ohland von Jutta Richters Roman "Hechtsommer", für den die Autorin im April mit dem katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis ausgezeichnet wird. Der Roman handle von der Freundschaft zwischen einem Mädchen und zwei Brüdern aus der Nachbarschaft, von den Zankereien des Mädchens mit ihrer Mutter, von einem endlos scheinenden Sommer, der mit dem Krebstod von Gisela, der Mutter von Daniel und Lukas, endet. Ohland hebt hervor, dass es in diesem Roman alles gleichzeitig gibt: "die Wahrheit und die Lüge, den Schmerz und die Freude, die Fürsorglichkeit und die Abweisung, den Tod und den Sommer". Mit dem Ende des Sommers sei auch die Kindheit vergangen, weiter gehe es dennoch, auch wenn der Hecht, der eine wichtige Rolle spielt, nun tot im Staub liege. "Ein trauriges, ein tröstendes Ende", findet Ohland, "weil es mit Menschen wie Tieren gnadenlos ehrlich ist."

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.11.2004

Hilde Elisabeth Menzel ist "ergriffen" von der Schönheit dieses Buches, von seiner "dichten und poetischen Prosa, die ihresgleichen sucht in der deutschsprachigen Jugendliteratur". Jutta Richter erzählt die Geschichte der Brüder Daniel und Lukas und ihrer Freundin Anna - die Geschichte eines Sommers, in dem die Zeit stillzustehen scheint, ein Sommer des Glücks und der Trauer, der Freundschaft und des Abschieds. Die drei angeln, Tag um Tag, doch es ist mehr als ein Zeitvertreib, denn Daniel will den geheimnisvollen großen Hecht fangen, der für ihn zum Sinnbild der Krebserkrankung seiner Mutter geworden ist. Der Kampf gegen den Fisch ist ein Kampf gegen das Sterben der Mama. Es geht also um fundamentale Gefühle - gewagt, meint die Rezensentin, aber gelungen, dank der wunderbaren Sprache der Autorin.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 05.08.2004

Ganz und gar überwältigt ist Rezensent Ulrich Greiner von Jutta Richters Erzählung "Hechtsommer", wie ein "unversehens herbeigewehtes Lied, wie ein lange nicht mehr geträumtes Bild" ist sie ihm erschienen. Erzählt wird die Geschichte eines Sommers im deutschen Norden - gelb steht der Raps, der Himmel leuchtet blau und in den Flüssen tummeln sich die Hechte - und für die drei Helden der Geschichte wird es der letzte Sommer ihrer Kindheit werden: Inmitten ihrer unbeschwerten sommerlichen Freuden dringt das Schicksal und die Mutter stirbt an Krebs. Bravourös schlage sich die Autorin mit leichtem Gepäck durch dieses schwierige Terrain, schwärmt der Rezensent, "ihre Sprache ist von schlanker, anmutiger Schönheit, und die unaussprechlichen Sätze stehen zwischen den Sätzen". Wehen Herzens fühlt sich der Rezensent mit jeder Zeile an den "Zauber der frühen Jahre" erinnert, an ihre "manchmal namenlose Trauer": "Wem das Wasser in die Augen schießt, der muss sich nicht schämen."

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