Karen Armstrong

Eine kurze Geschichte des Mythos

Cover: Eine kurze Geschichte des Mythos
Berlin Verlag, Berlin 2005
ISBN 9783827004505
Gebunden, 144 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Ulrike Bischoff. Armstrong beschreibt die Geschichte des Mythos von den Anfängen in der Steinzeit mit den Mythen der Jäger und Schamanen bis zu den weltanschaulichen Umwälzungen der Neuzeit und schließlich der Moderne mit ihrer Diskreditierung des Mythos durch die Naturwissenschaften. Sie evoziert die nicht zu überschätzende Bedeutung des Mythos für uns Menschen, die wir stetig versuchen, die Welt und das Universum und damit auch unser eigenes Leben und Schicksal zu verstehen und zu bewältigen. Die Geschichte des Mythos ist somit die Geschichte der Menschheit.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.08.2006

Dies ist so etwas wie die Programmschrift zu einer groß angelegten Reihe, in der Schriftsteller von heute die antiken Mythen neu erzählen. Leider aber, bedauert der Rezensent Jürgen Brocan, erweist sich ausgerechnet dieser Auftaktband nach Lektüre der bisher erschienenen Werke als schwächster Teil. Allzu summarisch und flott menschheitshistorisch verfährt die Autorin, und allzu unreflektiert kommt ihre These daher, dass die Autoren von heute in Auseinandersetzung mit den alten Mythen neue schaffen könnten. Schon gar im Vergleich mit einem Experten der Felsbildkunst wie Michel Lorblanchet, so der Rezensent, falle die Oberflächlichkeit der Verfasserin auf. Brocan rät ab von der theoretischen Grundlegung der Reihe, die Einzelbände dagegen scheinen ihm sehr interessant.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.11.2005

Dreißig internationale Verlage sind an "der verlegerischen Herkules-Tat" unter dem Titel "Die Mythen" beteiligt, so Lothar Müller, die weltumspannend europäischen und außereuropäischen Mythen zu einer Neuerzählung verhelfe. Die Religionswissenschaftlerin Karen Armstrong erhielt den Auftrag, "Die Geschichte des Mythos" selbst zu erzählen. Nicht zur Zufriedenheit Müllers, der Armstrongs Mischung aus Mircea Eliade und Rudolf Otto mit ein bisschen "Dialektik der Aufklärung" und einer Prise Spiritualität offenkundig nicht besonders mochte. Das sollen die Religionswissenschaftler "mit ihr ausmachen", wehrt er ab. Ärgerlicher findet er den "Bärendienst", den Armstrong dem Mythen-Projekt erweist, wenn sie dekretiere: "Ein Mythos ist keine Geschichte, die sich in einer profanen oder trivialen Umgebung erzählen lässt." Falsch, wendet Müller ein, die triviale Umgebung sei dem Mythos nicht erst in der Moderne zugestoßen. Das Wichtige sei doch, dass er überhaupt erzählt werden könne - egal wie. Armstrong sei zu sehr auf den therapeutischen Effekt der Mythos-Erzählung "fixiert", auf ihre ethische Seite, auf das, was am Mythos glaubhaft sei - die Literatur kommt Müller so zu kurz.

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