Wo Baden anfängt und wo es endet, ist nicht ganz so klar wie das, was in den Augen der Badener keinesfalls zu Baden gehört. Das sind auf -jeden Fall die Schwaben, denen sie es bis heute verargen, dass ihr Land nach dem Krieg mit Württemberg vereinigt worden ist. Und warum verargen sie es ihnen? Weil es sich natürlich nirgends so gut wie in Baden leben lässt, weil dort der tausendmal bessere Wein wächst, weil dort das Essen besser als überall sonst zwischen dem Bodensee und Berlin schmeckt, weil dort die Sonne viel großzügiger als sonstwo im Land auf die Leute herablacht, und weil die Badener trotz ihrer Gemütlichkeit anno dazumal die berühmtesten deutschen Revolutionäre gestellt haben. Reicht das nicht? Die andern sollen es ihnen erst einmal nachmachen. Denken die Badener. Die nur eines nicht ausstehen können: wenn sie Badenser genannt werden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.02.2008
In jeder Hinsicht hübsch findet Hans-Martin Gauger dieses Buch. Zwar räsoniert er zur Hauptsache über den feinen Unterschied zwischen Baden und Schwaben und warum so ein sympathisch sympathisierendes Buch ausgerechnet einem Oberschwaben gelingen konnte, seine Kriterien kommen aber dennoch rüber: Viel Neues in Sachen badischer Kultur, Küche und Historie birgt der Band, schreibt er, und zwar so solide und kenntnisreich wie lässig präsentiert. Bald so gelehrt und urban gemächlich wie der große Bade und Barde Johann Peter Hebel, freut sich der Rezensent.
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