Texte. Varianten und ausgewählte Studien. Kommentar. Herausgegeben von Walter Morgenthaler. Es war Christa Wolfs 1979 erschienenem Buch "Der Schatten eines Traums" zu verdanken, dass die zu Unrecht fast vergessene Dichterin Karoline von Günderrode (1780 - 1806) wieder ins öffentliche Bewußtsein rückte. Ziel der damals begonnenen historisch-kritischen Ausgabe war allererst die Texte zu sichern und zugänglich zu machen. Die Texte der Günderrode sollten im Kontext ihrer realisierten oder auch nur geplanten Publikationen ("Gedichte und Phantasien" 1804, "Poetische Fragmente" 1805, "Melete" 1806) zu Wort kommen. Das Zweifelhafte, nur allzu oft als authentisch Beschworene, wurde als solches gekennzeichnet. Manche Texte (vor allem die bisher nur in verstümmelter Gestalt wiedergegebenen) gewannen bei diesem Verfahren.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.08.2006
Rezensentin Hannelore Schlaffer interessiert sich für Karoline von Günderrode vor allem als Ikone, weniger als Schriftstellerin. Ihr Werk kanzelt sie als epigonal ab; einen eigenen Stil, ein eigenes Thema habe Günderrode nie entwickelt. Mal, so Schlaffer, schreibe die Günderrode im hohen Ton der Schiller-Schülerin, mal wie Jean Paul und dann wieder als Hölderlins Hyperion. Doch spannend ist für sie die Frau, die sich in ihrer Selbstdarstellung als leidende Künstlerin erfindet, als Liebesheilige und Märtyrerin, die ihren Stich ins eigene Herz als poetische Mission versteht. An der historisch-kritischen Ausgabe des Stroemfeld Verlags vermisst sie deshalb vor allem die Briefe der Günderrode. Lob erhält sie allerdings für ihren akribischen Kommentar und Lesartenapparat. Im ersten Band, informiert Schlaffer außerdem, seien alle veröffentlichten und nicht veröffentlichten Werke der Günderrode versammelt. Im zweiten ihre Studienbücher zu Schleiermachers Religionsphilosophie, zu Fichte, Hemsterhuis und Schlegel.
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