Aus dem Griechischen von Odysseas Antoniadis und Andrea Schellinger. Die Okkupation Griechenlands durch die Deutsche Wehrmacht beeinflusst bis heute das deutsch-griechische Verhältnis.
Ein gemeinsames deutsch-griechisches Erinnern an die Besatzungszeit gibt es (noch) nicht. In Griechenland ist das Geschehen unvergessen, in Deutschland hingegen werden die Greueltaten der Besatzer an der griechischen Zivilbevölkerung verdrängt oder beschwiegen. Die Asymmetrie der Vergangenheitsbewältigungen beeinflusst bis heute das Verhältnis zwischen den Ländern. Wissensdefizite führen zu Polarisierungen, wie die aktuelle politische Berichterstattung zeigt.
Von der deutschen Besatzungspolitik und den direkten Folgen für Griechenland und seine Bevölkerung ausgehend, verfolgt Katerina Králová die deutsch-griechischen Beziehungen seit 1940: über die Restauration in Griechenland nach dem Krieg, die Wiederaufnahme der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen, die Strafverfolgung von NS-Kriegsverbrechern und die Debatten um die Reparationsfrage im Zuge des Ost-West-Konflikts, der Wiedervereinigung Deutschlands und der jüngsten Vergangenheit.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.10.2016
Rezensent Michael Martens hätte sich gewünscht, das Mark Mazowers Geschichte der deutschen Besatzung Griechenlands bereits früher auf dem hiesigen Buchmarkt erhältlich gewesen wäre, im Original ist das Buch schließlich schon 1995 erschienen. Dann hätte die Berliner Regierung vielleicht nicht ganz so kühl die Frage nach Reparationszahlungen für abgeschlossen erklärt. Mazower bietet ihm eine gute Einführung in das Geschehen, die deutsche Verbrechen im besetzten Griechenland schildert er ebenso kenntnisreich wie auch die Entstehung der Widerstandsgruppen. Allerdings glaubt Martens zu erkennen, dass sich Mazower sehr auf griechische Historiker stützt und dabei auch deren Tabus übernimmt. Etwa wenn es darum geht, ob die griechischen Kommunisten im Bürgerkrieg ihren verbündeten makedonischen Partisanen im Falle eines Sieges die Abspaltung gewährt hätten.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…